Handbuch der Provinzialrömischen Archäologie

I. Quellen, Methoden, Ziele

Edited by Michael Mackensen Edited by Salvatore Ortisi By (author) Wolfgang Czysz

Book cover: Handbuch der Provinzialrömischen Archäologie

Hardback (Published)

(April 2019)

ISBN: 9783954903559

Price: $45.00

In stock

PDF (Published)

(September 2020)

ISBN: 9783954906215

Price: $38.00

The Archaeology of the Roman Provinces is a young discipline. As an academic subject, it has rapidly achieved great successes in the field of excavation and research and has increased our knowledge to a degree that barely keeps pace with the theoretical mastery of the results. The rapid development of scientific methods has contributed significantly to the self-assurance of the subject and opened up new perspectives for future research. Now and again it has been noted that Provincial Roman archeology has neglected its scientific foundations, methods and theories by omitting a reflection of their concepts and the validity of their findings. In the everyday research and teaching process we seldom worry about the meaning of terms such as analogy and hypothesis, chronology and periodization, or other abstract concepts. This volume deals with the basics of scientific theory, sources, methods and research aims of the subject in 140 articles. The reference book helps students to orient themselves in the language and thinking of science; but also the archaeologically interested will benefit from reading the manual.<br/>


Die Provinzialromische Archaologie ist eine junge Disziplin, die sich in den 1960er Jahren von ihren alteren Geschwistern, der Alten Geschichte, der Klassischen Archaologie und der Vor- und Fruhgeschichte emanzipiert hat. Als Wissenschaft der Materiellen Kultur mit ihrer reichen Paralleluberlieferung in Schrift und Bild bleibt sie aber ihren Schwestern als Teil der Altertumswissenschaften auch institutionell verbunden. Sie schlagt eine Brucke von der schriftlosen Vorgeschichte uber die Volkerwanderungszeit ins Fruhmittelalter. Als akademisches Orchideenfach, eines von hundert Kleinen Hochschulfachern oft belachelt, hat sie in kurzer Zeit beeindruckende Erfolge auf dem Grabungssektor erzielt und unser Wissen uber die Romerzeit in einem Mass anwachsen lassen, mit dem die theoretische Bewaltigung der Ergebnisse kaum mehr Schritt halten konnte. Es ist immer wieder angemerkt worden, dass die Provinzialromische Archaologie ihre wissenschaftlichen Grundlagen, d. h. ihre Methoden und Theorien vernachlassige, indem sie ihre Begrifflichkeiten sowie die Aussagekraft und Reichweite ihrer Erkenntnisse zu wenig reflektiere; diese Lucke mochte der neue Band zu den Quellen, Methoden und Zielen ausfullen. Im alltaglichen Forschungs- und Lehrprozess gehen wir gelegentlich zu arglos mit abstrakten Begriffen, Hypothesen und Theorien um, ohne uns uber Bedeutung und Beweiskraft allzu viele Gedanken zu machen. Neben den traditionellen Methoden (Ausgrabung und Stratigraphie, Warenkunde, Typographie und Typologie) hat die rasante Entwicklung naturwissenschaftlicher Methoden zur Absicherung und Selbstvergewisserung des Fachs beigetragen, wenn man nur an die Moglichkeiten der absoluten Chronologie denkt (Radiokarbondatierung, Dendrochronologie). Die Naturwissenschaften eroffnen neue Perspektiven: Luftbild und Geophysik (Geoelektrik, Bodenradar, Geomagnetik) erschliessen Kastelle und Strassen, Stadte, Dorfer und Villen, sie offnen den Blick und weiten den Horizont fur zukunftige Forschungen ohne die Denkmaler im Boden auch nur anzutasten. Diese Moglichkeiten hat die moderne Archaologie zu einer Archaologie der Interdisziplinaritat und schliesslich auch der Internationalitat gemacht, die uber das lokale oder regionale Forschungsinteresse weit hinaus geht. Der Band befasst sich in 140 Sachwortartikeln erstmals mit den wissenschaftstheoretischen Grundlagen des Fachs, mit Schlagworten wie Information, Erkenntnis und Wissen oder Prozeduren wie Materialsammlung, Datenanalyse und dem Kritischen Denken, ohne die jede Auswertungsarbeit an der Oberflache bleibt. Das Nachschlagewerk hilft dem Studenten, sich im Denken und in der Sprache der Wissenschaft zu orientieren; aber auch der archaologisch Interessierte wird das Handbuch mit Gewinn lesen.

  • Edited by Michael Mackensen
  • Edited by Salvatore Ortisi
  • By (author) Wolfgang Czysz

„Der Nutzen dieses Handbuchs besteht darin, dass es die theoretischen und methodischen Grundlagen sowie die Ziele des Faches gesammelt und kompakt in den Fokus rückt. Czysz erklärt, wie die Archäologie der Römischen Provinzen „funktioniert“; damit bietet er eine gute Wissensressource für die fachinterne Reflexion, die - wie bereits oben ausgeführt - bislang eine untergeordnete Rolle spielte. Zum anderen leistet er auch einen beitrag zur Sichtbarmachung und Legitimierung der Eigenständigkeit des Fachs nach außen. Das Werk ist nicht nur Fachstudenten und Außenstehenden zu empfehlen, auch „alte Hasen“ sollten einen Blick hineinwerfen.“<br/><br/>Von Jutta Zerres<br/>In: Archäologische Informationen 43<br/>-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br/>„To sum up, the author’s profound knowledge and experience of German-speaking Roman provincial archaeology and his ambition to anchor the subject within the humanities make for an enriching and engaging read. Synthesising and condensing almost 40 years of work experience into a structured publication isn’t an easy undertaking, and Czysz should be commended and congratulated for taking this task upon himself. Czysz deserves credit for elegantly and explicitly articulating concepts and terms which often go unexplained or undefined in Roman provincial literature, but whose definitions are significant for our scientific discourse (e. g. “Argument”, “Befund”, “historisches Ereignis” to name a few). (...) the publication at hand contains a very useful and wide-ranging collection of definitions and terms from the fields of archaeology and the humanities. Its strength lies in the clarity and intelligibility of the entries; although all stemming <br/>from the same pen and thus exuding a somewhat individual flavour, they are well written and coherently structured, thus making it a welcome contribution to German-speaking Roman provincial literature.“<br/><br/>Von Andrew Lawrence<br/>In: Germania 98 (2020), 1.-2. Halbband, S. 359-363