Geschonte Geschichten – Geschonte Biographien

Sozialisationskohorten in Wendeliteraturen. Ein Essay

by Bernd Ruthers

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Extent: 168 pages

Publisher: Mohr Siebeck

Subjects: Social Sciences 

Language: German

(Paperback) (Out of print)

(August 2001)

ISBN: 9783161476518

Price: $31.00

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English summary: In this work, the author describes how, following radical political changes, groups of intellectuals who have experiences and interests in common are united in their goal to justify the roles they played in the old systems and to construct or consolidate their roles in the new system. These efforts often result in dressed up stories and played down (auto) biographies. Lawyers and legal experts are examples of a phenomenon which has become apparent in all areas of culture and academic disciplines, since they are presently making considerable collective efforts to control the conception of history and the collective memory through old and new ‘alliances’ which are acting together. Anyone stepping out of line will be punished with isolation. German description: Am Beispiel der Jurisprudenz veranschaulicht Bernd Ruthers den Umgang geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen mit ihrer eigenen Geschichte nach Systemwechseln und Verfassungsumbruchen. Nach den zahlreichen Wechseln der politischen Systeme in Deutschland zwischen 1918 und 1990 sind regelmassig ‘Wendeliteraturen’ entstanden, und zwar in allen humanwissenschaftlichen Disziplinen, nicht zuletzt auch in der Belletristik. Sie beschaftigen sich mit dem Aufstieg der neuen und/oder dem Niedergang der abgelebten Verfassungsordnung im Sinne der Legitimation oder der Kritik. Diese Wendeliteraturen werden zwar von einzelnen Autorinnen und Autoren geschrieben, oft von fuhrenden Kopfen des jeweiligen Bereichs. Bei naherem Hinsehen erweisen sie sich jedoch regelmassig als das Produkt und der Spiegel des Fuhlens und Denkens von ‘Sozialisationskohorten’. Das sind Gruppen, die durch gemeinsame pragende Erlebnisse, Erfahrungen und Systemeinflusse zu ubereinstimmenden Weltbildern, Empfindungen, Denk- und Urteilsmustern gelangen, mit der Konsequenz einheitlicher gesellschaftlicher und politischer Verhaltensweisen. Der Autor analysiert diese Zusammenhange am Beispiel der deutschen Juristengenerationen nach 1933, 1945/49 und 1989/90. Es geht ihm dabei, mit zahlreichen Seitenblicken auf die Nachbarbereiche (Literaturstreit, zweifacher Historikerstreit, Rolle der sogenannten ’68er), zugleich um den Nachweis, dass es sich bei diesem kollektiven Aspekt um ein bedeutsames Phanomen geistesgeschichtlicher Entwicklung handelt.

  • By (author) Bernd Rüthers