Elitenkontinuitat und Politik in der Dritten Welt

Die Beziehungen von Deutschem Reich und Bundesrepublik Deutschland mit Iran, China/Taiwan und Sudafrika (von 1933 bis zum Beginn der 80er Jahre)

By (author) Harald Moller

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Paperback (Published)

(December 2019)

ISBN: 9783832549671

5.71 x 8.27 inches

Price: $60.00

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Zur Einfuhrung ein Beispiel: In den 40er Jahren wurden im Auswartigen Amt des Deutschen Reichs Plane fur ein “Deutsches Indien in Afrika” erstellt. Eine Mittelafrikakolonie sollte entstehen, die aus den vier fruheren Kolonien des Reichs in Afrika sowie dem Zwischenstuck des belgischen Kongos bestanden hatte. In dieser Kolonie hatte es eine Politik strikter Rassentrennung mit einem Verbot geschlechtlicher Beziehungen zwischen “Schwarzen” und “Weissen” gegeben. Nach 1945 arbeiteten Personen, die diese Plane erstellt hatten, weiter im Auswartigen Amt, oft in fuhrenden Positionen. Dort waren sie – gemass offizieller Aussenpolitik – auf eine Politik des Antikolonialismus und Antirassismus festgelegt. Plane fur Mittelafrikakolonien erstellten sie nicht mehr; stattdessen waren sie – wie fur Beamte typisch – pflichtbewusste “Umsetzer” offizieller Politik. Nichtsdestotrotz lassen sich Nachwirkungen der fruher verfolgten Politik feststellen, die u.a. in einer Begunstigung des sudafrikanischen Apartheidregimes zum Ausdruck kam. Das betraf auch den sensiblen Bereich der Rustungsexporte. Dieses Beispiel verweist auf das Anliegen dieses Projektes: Ausgangspunkt ist das Phanomen, dass die junge Bundesrepublik durch eine Elitenkontinuitat gepragt war. “Oben” in wichtigen Institutionen und Organisationen sassen Manner (keine Frauen), die bereits im NS-System “oben” gesessen hatten (in den zweiten, dritten und vierten Reihen der Entscheidungstrager). Die Frage, was sich hieraus fur die Politik gegenuber der Dritten Welt ergeben hat, wird analysiert, indem die Beziehungen der Bundesrepublik mit den drei Landern Iran, China/Taiwan und Sudafrika aufgearbeitet wurden. Gezeigt wird, dass es zwar einen Bruch mit dem imperialen Grossenwahn, dem Nationalismus und Rassismus des NS-Systems gegeben hat, der v.a. in Politikdeklarationen Ausdruck fand. Gleichzeitig gab es jedoch unter der Hand auch Nachwirkungen, in denen immer wieder Anklange an die Vergangenheit festzustellen waren.

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