Ein Parlament für Europa
Richard Coudenhove-Kalergi, Paneuropa und die westliche Demokratie 1922–1952
By (author) Martin Posselt Series edited by
Hardback (Published)
(June 2025)
ISBN: 9783525303450
6.3 x 9.25 inches
Price: $100.00
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Der bohmische Graf Richard Coudenhove-Kalergi und Ida Roland, seine aus judischer Familie stammende Frau, empfanden den Untergang des Habsburgerreiches als Verlust eines Vaterlandes, in dem man Patriot und Weltburger zugleich sein konnte. Sie verschrieben sich der Mission, auf europaischer Ebene das zu kreieren, woran die Donaumonarchie gescheitert war: eine multiethnische Nation, in der Kosmopoliten und Minderheiten keine bedrohten Aussenseiter sind. Dem verwegenen Projekt lag eine klare geopolitische Vorstellung zugrunde. Es galt, ein Zusammengehen Deutschlands und Russlands gegen die atlantische Welt zu verhindern und Mitteleuropas Anschluss an den liberalen Westen zu sichern. Damit trat Paneuropa in Konkurrenz zu gegenlaufigen Grossraumplanen – wie dem pangermanischen Mitteleuropa, der panangelsachsischen Foderation atlantischer Demokratien, der nationalsozialistischen Festung Europa oder dem blockfreien Europa der Dritten Kraft.In epochenubergreifender Perspektive wird die Paneuropa-Bewegung als Vor- und Fruhgeschichte der Westernisierung nach dem Zweiten Weltkrieg fassbar. Martin Posselts Ideengeschichte der fruhen Einigungsbewegung zeigt, wie sich die europaischen Institutionen aus dem Widerstreit geopolitischer Konzeptionen entwickelten.
Der bohmische Graf Richard Coudenhove-Kalergi und Ida Roland, seine aus judischer Familie stammende Frau, empfanden den Untergang des Habsburgerreiches als Verlust eines Vaterlandes, in dem man Patriot und Weltburger zugleich sein konnte. Sie verschrieben sich der Mission, auf europaischer Ebene das zu kreieren, woran die Donaumonarchie gescheitert war: eine multiethnische Nation, in der Kosmopoliten und Minderheiten keine bedrohten Aussenseiter sind. Dem verwegenen Projekt lag eine klare geopolitische Vorstellung zugrunde. Es galt, ein Zusammengehen Deutschlands und Russlands gegen die atlantische Welt zu verhindern und Mitteleuropas Anschluss an den liberalen Westen zu sichern. Damit trat Paneuropa in Konkurrenz zu gegenlaufigen Grossraumplanen – wie dem pangermanischen Mitteleuropa, der panangelsachsischen Foderation atlantischer Demokratien, der nationalsozialistischen Festung Europa oder dem blockfreien Europa der Dritten Kraft.In epochenubergreifender Perspektive wird die Paneuropa-Bewegung als Vor- und Fruhgeschichte der Westernisierung nach dem Zweiten Weltkrieg fassbar. Martin Posselts Ideengeschichte der fruhen Einigungsbewegung zeigt, wie sich die europaischen Institutionen aus dem Widerstreit geopolitischer Konzeptionen entwickelten.
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