Dynastie und Herrschaftssicherung in der Frühen Neuzeit.

Geschlechter und Geschlecht.

Edited by Heide Wunder

Book cover: Dynastie und Herrschaftssicherung in der Frühen Neuzeit.

Extent: 265 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Business & Economics

Series: Zeitschrift fur Historische Forschung. Beihefte

Series volume number: 28

Language: German

(Paperback) (Published)

(May 2002)

ISBN: 9783428108145

6.18 x 9.17 inches

Price: $76.00

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Die Beitrage aus Geschichts-, Kunst- und Literaturwissenschaft eroffnen neue Einsichten in die Herrschaftsstrukturen des Alten Reichs. Geleitet von den Fragestellungen der Geschlechterforschung bringt die Analyse der regierenden Dynastien und ihres Strebens nach Kontinuitat und Prestige ein komplexes System von Personenkonstellationen zutage, das der dynastischen Herrschaftssicherung diente. Wahrend die Bedeutung standesgemasser Heiratsverbindungen sowie die Vererbung der Herrschaft in mannlicher Linie bekannt ist, werden in diesem Band die oft vieljahrigen vormundschaftlichen Regentschaften der Mutter (oder Grossmutter) unmundiger Nachfolger herausgestellt, die vielfach entscheidend fur den Erhalt der Herrschaft waren. Dieser Sachverhalt, in der zeitgenossischen juristischen Literatur ausfuhrlich behandelt, ist in der bisherigen Forschung nur fur Ausnahmen berucksichtigt worden, tatsachlich stellt er einen charakteristischen Zug fruhneuzeitlicher Herrschaft dar. Zentral fur die Herrschaftssicherung erweist sich auch das regierende Paar, denn die Fortdauer der Herrschaft hing nicht allein von einer zahlreichen Nachkommenschaft ab, sondern auch von der angemessenen Mitwirkung der regierenden Furstin an der Selbstdarstellung der Dynastie in der hofischen und politischen Welt des 17. und 18. Jahrhunderts. Furstinnen spielten eine bedeutende Rolle als Mazeninnen und Forderinnen von Kunstlern, planten und gestalteten vielfach selbst ihre Schlosser und erwiesen sich als Spezialistinnen fur die moderne Innenausstattung. Die Weiberrepubliken der Reichskloster und Reichsstifte gehorten ebenso zum ‘Reichskosmos’ wie die Frauen in den Adelsgeschlechtern, die die Furstbischofe und Domherren stellten. In ihren Portrats, aber auch in ihren Briefen, ihren religiosen und politischen Schriften setzen sich regierende und verwitwete Grafinnen und Furstinnen ebenso wie Stiftsdamen Denkmale, die Auskunft uber ihr ausgepragtes dynastisches und religioses Selbstverstandnis geben.

H. Wunder
Einleitung. Dynastie und Herrschaftssicherung: Geschlechter und Geschlecht

B. Stollberg-Rilinger
Der Grafenstand in der Reichspublizistik

G. Menk
Der deutsche Territorialstaat in Veit Ludwig von Seckendorffs Werk und Wirken

J. Taege-Bizer
Pietistische Herrscherkritik und dynastische Herrschaftssicherung. Die »mütterlichen Vermahnungen« der Gräfin Benigna von Solms-Laubach

H. Meise
»habe ich die politica bei H. Richter angefangen«. Herrschaftsalltag und Herrschaftsverständnis der Landgräfin Elisabeth Dorothea von Hessen-Darmstadt (1640-1709)

J. Bepler
»im dritten Gradu ungleicher Linie Seitwarts verwandt«: Frauen und dynastisches Bewußtsein in den Funeralwerken der Frühen Neuzeit

C. Bischoff
»... so ist ein anders das männliche, ein anders das weibliche Decorum«. Fürstliche Damenappartements und ihre Ausstattungen um 1700

S. Stange
Die Bildnisse der Fürstin Christiane von Waldeck (1725-1816). Herrschaftsverständnis und Repräsentation

S. Schraut
Dynastische Herrschaftssicherung im dynastiefreien Raum? Katholischer Reichsadel im Umkreis der südwestdeutschen Bistümer während der Frühen Neuzeit

U. Küppers-Braun
Dynastisches Handeln von Frauen in der Frühen Neuzeit

A. Hufschmidt
Christliche Lebenspraxis und Legitimation. Zur Bedeutung der Religiosität von niederadligen Frauen für die Konfessionalisierung des Weserraumes im 16. und 17. Jahrhundert

  • Edited by Heide Wunder