coram cruce

Deutungspotentiale der Kreuzestheologie

By (author) Philipp Stoellger

Book cover: coram cruce

Extent: 670 pages

Publisher: Mohr Siebeck

Subjects: Philosophy, Religious Studies

Series: Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie

Language: German

Paperback (Unspecified)

(June 2026)

ISBN: 9783162004581

6.1 x 9.13 inches

Price: $49.00

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Hardback (Published)

(September 2024)

ISBN: 9783161624179

9.09 x 9.41 inches

Price: $187.00

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The cross is the ‘tremendum’ of theology and its ‘fascinosum’. The cross as a rupture of interpretations marks the Other of the media of religion. The cross breaks open the possibilities for the media of religion: in word, writing and image of the cross. Theology of the cross thus becomes the ‘phobic prolegomena of medial theology.


Die Sondierung der Deutungspotentiale der Kreuzestheologie richtet sich als Gesprachsangebot an Gegenwartsdiskurse, um zu klaren, wie und unter welchen Bedingungen sie heute sinnvoll sein kann: Kreuzestheologie wird zu phobischen Prolegomena medialer Theologie. Fur eine mediale Theologie wird ihr singulares tremendum et fascinosum entscheidend: das Kreuz als dunkle Unmittelbarkeit, als Ungrund einer Theologie von ganz unten, als Riss aller Deutungen, der umso mehr neue Deutungen provoziert. Das Kreuz als Riss markiert das Andere der Medien – und wird zu deren Offnung in Wort, Schrift und Bild vom Kreuz. Das Kreuz als Pathosformel und Metonymie fur den Gekreuzigten provoziert Phobos, Entsetzen und Flucht. Das Abjekt stosst ab; andernfalls ware das Kreuz bereits vergoldet in Erhohung und Verklarung. Aber der Phobos entwickelt ungeheure Bewegungsenergie fur Logos und Ethos: Deutungspotentiale mit ewigem Nachleben, in Krisenzeiten ganz besonders. Ublicherweise wird das Kreuz prastabilisiert durch allumfassende Deutungsmuster, die dem Kreuz seinen Sinn geben: Suhne, Trinitat und Souveranitat Gottes. Die Befremdungspotentiale des Kreuzes werden dadurch normalisiert und stillgestellt. Dem treten Labilisierungen und Radikalisierungen der Kreuzestheologie gegenuber. Wie sind die konstruktiven Deutungspotentiale der Kreuzestheologie auszufuhren? Wie kann von Gott kreuzestheologisch gedacht und gesprochen werden? Etwa, indem Gott pathisch gedeutet wird. Als letztes Refugium der Apathie erscheint der Geist meist unberuhrt von Kreuz und Tod. Nur ist doch gerade der Geist Medium der Pathe Gottes: seiner Leiden und Leidenschaften. Daher wird er als ein verwundeter Geist gedeutet, wenn er denn Geist Christi ist. Wie kritisch das Kreuz fur die Christologie werden kann, zeigt sich exemplarisch in Karfreitags- und Karsamstagstheologie. Auf diesem Hintergrund werden zwei Horizonterweiterungen des “Wortes vom Kreuz” entfaltet: Schrift vom Kreuz und Bild vom Kreuz. Verkorpert die Schrift das Kreuz im Sinn, so verkorpert das Bild das Kreuz vor Augen, in aller Sinnlichkeit des Sinns. Im Ruckblick werden Thesen vom Kreuz formuliert zur Orientierung des hier riskierten Versuchs, kreuzestheologisch Theologie zu treiben, um die Deutungspotentiale der Kreuzestheologie zu sondieren und zu entfalten.

1. Einleitung: Phobische Prolegomena medialer Theologie
2. Konjunkturen der Kreuzestheologie?
3. Eine grammatische Bemerkung
4. Drei Perspektiven auf die Kreuzestheologie
Kreuzestheologie historisieren - Kreuzestheologie treiben - Kreuzestheologisch Theologie treiben
5. Sechs Deutungen der Kreuzestheologie
Epistemisch (und ethisch, pathisch, visuell) - Anthropologisch (und hamartiologisch, soteriologisch, existentiell) - Christologisch (und theologisch, pneumatologisch, trinitarisch) - Ontologisch (und kosmologisch) - Politisch (und ekklesiologisch) - Regulativ: coram cruce
6. Coram cruce oder cum cruce? Ebelings regulative theologia crucis
7. Stabilisierung und Labilisierung der Kreuzestheologie: Souveränität und Kritik
Sühne als Meisterdeutung? - Trinität als Prästabilisierung? - Souveräne Selbstbestimmung? - Passion als souveräne Aktion? - Souveräne 'Identifikation mit dem Gekreuzigten'? - Souveräne 'Selbsttötung Gottes'? - Potentieller Trinitätsverlust?
8. Radikalisierung der Kreuzestheologie - ohne Souverän
Radikaler Souveränitätsverlust? - Derridas 'Gott, der sich dekonstruiert' als 'sterbliche Nichtsouveränität' - respondeo: Gott, der sich rettend widerspricht - Caputos 'radikalere Kreuzestheologie' - respondeo: Machtlose Macht und im/potentia des Gekreuzigten - Nancys 'phänomenologia crucis' - respondeo: Kreuz als Riss als Öffnung
9. Relative und radikale Kreuzestheologie
Kreuzeskalkulationen: Y + Kreuz + X - Non sola cruce, sondern solo spiritu? -Solo deo und solo verbo dei? - Allein das Wort vom Kreuz - Vom Wort zum Kreuz - und zurück
10. 'Kreuz', Kreuz und Wort vom Kreuz
'Kreuz' als Wort - Kreuz als Referent - Kreuz als etwas gedeutet - Kreuz als Riss der Deutung - Kreuzestheologische Differenzen - Medien des Kreuzes und Kreuz als Medium
11. Wie Sprechen coram cruce ?
Gottes Antwort auf das Kreuz? - Religiöse Antworten und deren Reflexion? - Kreuzes theologie als Antwort auf das Wort vom Kreuz - Kreuzes theologie als Antwort auf das Kreuz - Kreuzestheologie kritisch und konstruktiv - Riss als Öffnung - Negative, positive und paradoxierende Kreuzestheologie - Deutungsmuster: Kreuz als forma formans, Gekreuzigter als figura figurans
12. Kreuzestheologische Potentiale
Gottes Passion: Gott pathisch gedeutet - Pneumatologia crucis : ein Geist mit Narben - Christologie: vom Kreuz der Auferweckung - Prospektive Deutungspotentiale: der Gekreuzigte und seine Verwandten
13. Schrift vom Kreuz: Das Kreuz im Sinn
Vom Kreuz zum Wort zur Schrift - und zurück - coram cruce - coram scriptura - Kreuzestheologischer Schriftbegriff - Chiasmus von Kreuz und Schrift - Figur und Figuration: Gekreuzigter und Schrift
14. Bild vom Kreuz: Das Kreuz vor Augen
Das Kreuz als Pathosformel - Der Gekreuzigte als Amulett und als figura figurans - Bild vom Kreuz im Kirchenraum - Bild vom Kreuz im öffentlichen Raum - Kreuzestheologische Bildtheorie - 'Identifikation mit dem Gekreuzigten': Grünewalds Gekreuzigter - Rückblick und Ausblick
15. Thesen vom Kreuz - im Rückblick

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