Colloquia Attica. Band 3

Neuere Forschungen zu Athen im 4. Jahrhundert v. Chr.: (Dys-)Funktionen einer Demokratie

Edited by Werner Riess

Book cover: Colloquia Attica. Band 3

Extent: 288 pages

Publisher: Franz Steiner Verlag

Subjects: Classical Studies

Series: Hamburger Studien zu Gesellschaften und Kulturen der Vormoderne

Language: German

Paperback (Published)

(August 2021)

ISBN: 9783515130677

6.69 x 9.49 inches

Price: $96.00

In stock

Wie funktional reagierte Athen auf Krisen im 4. Jahrhundert v. Chr.? Modernitatskonzepte wie ein zunehmendes Expertentum, Rationalisierung sowie Individualisierung trugen zur Stabilitat des okonomischen, sozialen und politischen Systems bei. Die reichsten Athener finanzierten die Flotte, aber der Durchsetzung der Interessen von Lobbygruppen waren enge Grenzen gesetzt. Positive wie negative Konsequenzen von Geruchten, denen vor allem die Eliten ausgesetzt waren, beforderten die Funktionalitat des Systems. Das Rechtswesen wurde mit Schutzmassnahmen gegen Uberlastung versehen und die egalitare Praxis von Ehrbezeugungen schuf einen gewissen Ausgleich zwischen Demokratisierung und Oligarchisierung. Aristoteles und die Redner betonen unterschiedliche Facetten der politischen Institutionen. Isokrates befurwortet einen verantwortungsvollen “Imperialismus”, der von den Bundesgenossen freiwillig anerkannt wurde. Selbst die Philosophen, die in Distanz zur politischen Praxis stehen, uben keine fundamentale Systemkritik. Menander oszilliert schliesslich zwischen Demokratie und Oligarchie und gestaltet somit einen gesellschaftlichen Umbauprozess im Fruhhellenismus mit, der frei von Verwerfungen blieb.


Wie funktional reagierte Athen auf Krisen im 4. Jahrhundert v. Chr.? Modernitatskonzepte wie ein zunehmendes Expertentum, Rationalisierung sowie Individualisierung trugen zur Stabilitat des okonomischen, sozialen und politischen Systems bei. Die reichsten Athener finanzierten die Flotte, aber der Durchsetzung der Interessen von Lobbygruppen waren enge Grenzen gesetzt. Positive wie negative Konsequenzen von Geruchten, denen vor allem die Eliten ausgesetzt waren, beforderten die Funktionalitat des Systems. Das Rechtswesen wurde mit Schutzmassnahmen gegen Uberlastung versehen und die egalitare Praxis von Ehrbezeugungen schuf einen gewissen Ausgleich zwischen Demokratisierung und Oligarchisierung. Aristoteles und die Redner betonen unterschiedliche Facetten der politischen Institutionen. Isokrates befurwortet einen verantwortungsvollen “Imperialismus”, der von den Bundesgenossen freiwillig anerkannt wurde. Selbst die Philosophen, die in Distanz zur politischen Praxis stehen, uben keine fundamentale Systemkritik. Menander oszilliert schliesslich zwischen Demokratie und Oligarchie und gestaltet somit einen gesellschaftlichen Umbauprozess im Fruhhellenismus mit, der frei von Verwerfungen blieb.

  • Edited by Werner Riess