Arrians Indike
Eine Untersuchung der Darstellungstechnik
by Henning Schunk
Im zweiten nachchristlichen Jahrhundert verfasste Flavius Arrianus eine Geschichte Alexanders d.Gr. (Anabasis); dieser schloss er ein dichotomes Werk uber Indien (Indike) an, in dem er geographische und ethnographische Informationen (Ekbole) mit der Schilderung der Flottenfahrt des Nearchos (Paraplous) verband. Arrianus gibt an, er folge in seinem Werk dem (heute nicht mehr erhaltenen) Fahrtenbericht, den Nearch ca. 500 Jahre zuvor uber seine Fahrt von Indien nach Mesopotamien im Auftrag Alexanders verfasst hatte. Unter anderem aus diesem Grund wurde der Fahrtenbericht in der Moderne als Werk Nearchs angesehen, das Arrian mehr oder weniger wortgetreu in seine Schrift ubernommen habe. Henning Schunk wendet sich in seiner philologisch-literaturwissenschaftlichen Untersuchung gegen eben diese Kompilationsthese und beleuchtet die Frage nach der Originalitat der Schrift und damit verbunden nach dem Umgang Arrians mit seinen Quellen. Die Studie vergleicht dafur Arrians literarische Techniken im Paraplous der Indike – wobei naturlich auch die Ekbole immer wieder eine Rolle spielt – mit dem literarischen Charakter seiner Anabasis. Auf diese Weise kann gezeigt werden, dass auch der Paraplous eine literarische Komposition Arrians ist. Dabei interpretiert Schunk u.a. nach dem Prinzip des ,close reading’, zeigt intertextuelle Bezuge auf, stellt Uberlegungen zum Adressatenkreis und zur literarischen Gattung an und fragt nach der Autorenintention. Uber das Herausarbeiten der nicht nur in der Anabasis, sondern auch in der Indike enthaltenen Bezuge zu Herodot, Thukydides, Xenophon und Homer kann Schunk zudem aufzeigen, dass sich Arrian auch mit diesem Werk bewusst in historiographische Traditionen einordnet.
Im zweiten nachchristlichen Jahrhundert verfasste Flavius Arrianus eine Geschichte Alexanders d.Gr. (Anabasis); dieser schloss er ein dichotomes Werk uber Indien (Indike) an, in dem er geographische und ethnographische Informationen (Ekbole) mit der Schilderung der Flottenfahrt des Nearchos (Paraplous) verband. Arrianus gibt an, er folge in seinem Werk dem (heute nicht mehr erhaltenen) Fahrtenbericht, den Nearch ca. 500 Jahre zuvor uber seine Fahrt von Indien nach Mesopotamien im Auftrag Alexanders verfasst hatte. Unter anderem aus diesem Grund wurde der Fahrtenbericht in der Moderne als Werk Nearchs angesehen, das Arrian mehr oder weniger wortgetreu in seine Schrift ubernommen habe. Henning Schunk wendet sich in seiner philologisch-literaturwissenschaftlichen Untersuchung gegen eben diese Kompilationsthese und beleuchtet die Frage nach der Originalitat der Schrift und damit verbunden nach dem Umgang Arrians mit seinen Quellen. Die Studie vergleicht dafur Arrians literarische Techniken im Paraplous der Indike – wobei naturlich auch die Ekbole immer wieder eine Rolle spielt – mit dem literarischen Charakter seiner Anabasis. Auf diese Weise kann gezeigt werden, dass auch der Paraplous eine literarische Komposition Arrians ist. Dabei interpretiert Schunk u.a. nach dem Prinzip des ,close reading’, zeigt intertextuelle Bezuge auf, stellt Uberlegungen zum Adressatenkreis und zur literarischen Gattung an und fragt nach der Autorenintention. Uber das Herausarbeiten der nicht nur in der Anabasis, sondern auch in der Indike enthaltenen Bezuge zu Herodot, Thukydides, Xenophon und Homer kann Schunk zudem aufzeigen, dass sich Arrian auch mit diesem Werk bewusst in historiographische Traditionen einordnet.
- By (author) Henning Schunk
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