Amicitia sanctissime colenda. Freundschaft und soziale Netzwerke in der Späten Republik

By (author) Christian Rollinger

Book cover: Amicitia sanctissime colenda. Freundschaft und soziale Netzwerke in der Späten Republik

Extent: 576 pages

Publisher: Wiley-VCH

Subjects: Classical Studies

Series: Studien zur Alten Geschichte

Language: German

Hardback (Published)

(March 2014)

ISBN: 9783938032718

Price: $150.00

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English summary: The Roman concept of friendship has been widely discussed, both in ancient times and in the context of modern academic study. During the past decades, research has focused particularly on the meaning and role of aristocratic amicitiae in the functioning of republican politics. This study sets new priorities and asks new questions within this well-researched field: according to which rules and standards were friendships amongst people in the upper class established and maintained? What kinds of expectations were associated with these personal relationships? Here, for the first time, the existence of this upper class network is not only described metaphorically, but is empirically proven and analyzed using methods for analysis of social networks that have already applied in other historical disciplines. German description: Romische Vorstellungen von Freundschaft sind sowohl in der Antike als auch in der modernen Wissenschaft viel diskutiert worden, wobei in der Forschung der letzten Jahrzehnte vor allem nach der Bedeutung und Funktion aristokratischer amicitiae fur das Funktionieren der republikanischen Politik gefragt wurde. Die vorliegende Studie setzt in diesem gut bearbeiteten Feld neue Schwerpunkte und verfolgt andere Fragestellungen: Nach welchen Regeln und Maastaben wurden Freundschaften in der Oberschicht geschlossen und gepflegt? Welche Erwartungshorizonte waren mit diesen personlichen Beziehungen verbunden? Spatrepublikanische Nahbeziehungen waren konstitutiver Bestandteil eines die gesamte Oberschicht umfassenden Netzwerkes, dessen Mitglieder einander durch Freundschaft und die sich daraus ergebenden Handlungshorizonte und Beziehungsgeflechte verpflichtet waren. Innerhalb dieses Netzwerkes wurden Hierarchien und Positionen bestimmt, wurde Ressourcenverteilung sowohl im okonomischen als auch im gesellschaftlichen Sinn (?soziales Kapital?) verhandelt und durchgefuhrt. Schliealich konnte der kluge politische Kopf versuchen, diese personlichen Netzwerke auch im offentlichen Leben zu aktivieren und zu instrumentalisieren. Dieses Oberschichtennetzwerk wird hier erstmals nicht nur metaphorisch beschrieben sondern durch die in anderen historischen Fachrichtungen bereits etablierte Methode der Analyse sozialer Netzwerke empirisch nachgewiesen und analysiert.

Danksagung 1. Einleitung 2. Kulturelle und moralphilosophische Voraussetzungen 2.1 Annaherungen an romische Treu- und Nahverhaltniss 2.1.1 Begrifflichkeiten 2.1.2 Ein vorlaufiges Resumee 2.2 Freundschaft als idealer Wert bei Cicero 2.3 Verhaltensregeln der romischen Freundschaft 2.3.1 Officium - beneficium 2.3.1 Gratia, fides und der Druck der Gegenseitigkeit 2.4 Inimicitia und die Umkehr der gesellschaftlichen Normen 3 Die heilige Pflicht der Freundschaft 3.1 Symbolische Kommunikation innerhalb der amicitia 3.1.1 Die salutatio 3.1.1.1 Salutatores 3.1.1.2 Standesunterschiede und Unterschiede im Verhalten 3.1.2 Das convivium 3.1.2.1 Standesunterschiede beim Gastmahl 3.1.2.2 Gastmahler als Element aristokratischen Zusammenlebens 3.2 Cum quasi tecum loquor - Briefverkehr in der Oberschicht 3.2.1 Absentes adsunt - Der Brief als Anwesenheit des Abwesenden 3.2.2 Hoflichkeit und Schmeichelei im aristokratischen Brief 3.3 Litterae commendaticiae 3.3.1 Form und Inhalt 3.3.2 Die soziale Dimension der commendatio 3.4 Formen der Unterstutzung in der Oberschicht 3.4.1 Die cohors der Statthalter und militarische Funktionsstellen 3.4.1.1 Die tribuni militum 3.4.1.2 Die praefecti fabrum 3.4.1.3 Die legati 3.4.2 Der Gerichtspatronat 3.4.3 Finanzielle und wirtschaftliche Aspekte von amicitia 3.4.3.1 Darlehen, Kredite, Burgschaften 3.4.3.2 Mitgiften und Erbschaften 4. Das Oberschichtennetzwerk 4.1 Methodologische Annaherungen 4.1.1 Der Netzwerkbegriff als paradigmatische Neuerung 4.1.2 Historische Netzwerkforschung und antike Netzwerke 4.1.3 Fragmentarische Quellenlage und Datenerhebung 4.1.4 Vorgehen 4.2 Senatorische Netzwerke 4.2.1 Salutationes und convivia 4.2.2 Commendationes 4.2.3 Militarische Funktionen 4.2.4 Gerichtspatronat, finanzielle/testamentarische Verbindungen 4.2.5 Gesamtnetzwerk 5. Schlussbetrachtungen 6.1 Siglen 6.2 Quellen 6.2.1 Textausgaben 6.2.2 Ubersetzungen 6.3 Literaturverzeichnis 6.3.1 Grundlegende Werke zur Netzwerkforschung 6.3.2 Historische Netzwerkforschung 6.3.3 Allgemeine Bibliographie 7 Anhang 1 - Datensatze 7.1 Salutationes und convivia 7.2 Commendationes 7.3 Militarische Funktionen 7.4 Gerichtspatronat 7.5 Finanzielle Verbindungen 7.6 Testamentarische Verbindungen 8. Testamentarische Verbindungen 8.1 Salutationes und convivia 8.2 Commendationes 8.3 Militarische Funktionen 8.4 Gerichtspatronat 8.5 Finanzielle Verbindungen 8.6 Testamentarische Verbindungen 8.7 Gesamtnetzwerk 9. Anhang 3 - Register 9.1 Personenregister 9.2 Sachregister 9.3 Quellenregister

Christian Rollinger ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Johannes Gutenberg-Universitat Mainz und wurde mit der vorliegenden Arbeit an der Universitat Trier promoviert. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehoren neben der Sozial- und Kulturgeschichte der Spaten Republik insbesondere die fruhe hellenistische Welt und das antike Zeremonialwesen.

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"Der Titel dieses interessanten, reichen und anregenden Buches ist durchaus als Programm zu verstehen - und dieses Programm, wie Christian Rollinger gleich zu Beginn deutlich werden laat, ist hochst ambitioniert. (...) Kurzum: nicht alles ist neu, (...) aber vieles erscheint in neuem, interessantem Licht. Und nicht zuletzt macht uns Rollinger ein Theorieangebot, dessen analytisches Potential noch langst nicht erschopft sein durfte." Karl-Joachim Holkeskamp, sehepunkte 15 (2015), Nr. 2
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