Alfred Missong. Christentum und Politik in Österreich

Ausgewählte Schriften 1924-1950. Herausgegeben von Alfred Missong jun. in Verbindung mit Cornelia Hoffmann und Gerald Stourzh

Edited by Alfred Missong Series edited by Wolfgang Mantl

Book cover: Alfred Missong. Christentum und Politik in Österreich

Extent: 476 pages

Publisher: Böhlau Verlag Wien

Subjects: Social Sciences 

Series: Studien zu Politik und Verwaltung

Language: German

Hardback (Published)

(July 2006)

ISBN: 9783205773856

6.34 x 9.49 inches

Price: $94.00

In stock

Welche Aufgabe hat der Christ in der Welt? Gibt es uberhaupt eine christliche Politik? Diese grundsatzlichen Fragen stellte sich der katholische osterreichische Schriftsteller Alfred Missong, um dann zu konkreten politischen Themen mutig Stellung zu nehmen. Noch vor dem Machtantritt Hitlers analysierte er im Jahre 1932 tiefschurfend im “Nazispiegel” in geradezu prophetischer Weitsicht die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus und sagte die kommende Katastrophe des “Dritten Reichs” voraus. Seine zahlreichen noch vor 1938 unter Pseudonym erschienenen Aufsatze sind Beweise fur den fruhen intellektuellen Widerstand gegen die “braune Gefahr” in Osterreich. Als Katholik und patriotischer Osterreicher nahm er kompromisslos gegen die katholischen Bruckenbauer zum Nationalsozialismus und die Verteidiger eines “Christlichen Antisemitismus” Stellung. Tief verwurzelt in der osterreichischen Geschichte und als einer der besten Kenner Deutschlands seiner Zeit kampfte Missong gegen den Anschluss. Als einer der ersten vertrat er die heute selbstverstandliche Theorie von der Osterreichischen Nation, der er mehrere Studien widmete. In einem vereinigten Europa erblickte er die moderne Verwirklichung der alten Reichsidee. Schon 1949 befasste er sich mit einer “Verfassung fur die Europaische Union”. Schliesslich propagierte er bereits knapp nach dem Zweiten Weltkrieg die Neutralitat als die fur Osterreich zweckmassigste internationale Position. Der heute weitgehend in Vergessenheit geratene politische Denker Missong war ein Mann der “ersten Stunde”, der im Jahre 1945 unmittelbar nach der Befreiung von den Nazis zusammen mit Figl, Hurdes und anderen die Osterreichische Volkspartei mitbegrundete. Als Verfasser der ersten programmatischen Leitsatze dieser Partei und Chefredakteur der “Osterreichischen Monatshefte” leistete er einen wesentlichen Beitrag zur politischen Geschichte und zum geistigen Wiederaufbau Osterreichs nach dem Ende des “Dritten Reichs”. Seine in der Schule Hans Kelsens stehenden Auseinandersetzungen mit dem Marxismus und dem historischen Materialismus zeichneten die inneren Widerspruche im ideologischen Gedankengebaude des Kommunismus nach, die letztlich den Zusammenbruch des “Realsozialismus” beschleunigten. Der konservative Katholik und unbeugsame osterreichische Patriot Missong war seiner Zeit weit voraus. Manche seiner Gedanken, vorgetragen in einer geschliffenen und auf klassischer Bildung beruhenden Sprache, waren zeitgebunden, aber viele sind noch heute von Aktualitat.


Welche Aufgabe hat der Christ in der Welt? Gibt es uberhaupt eine christliche Politik? Diese grundsatzlichen Fragen stellte sich der katholische osterreichische Schriftsteller Alfred Missong, um dann zu konkreten politischen Themen mutig Stellung zu nehmen. Noch vor dem Machtantritt Hitlers analysierte er im Jahre 1932 tiefschurfend im “Nazispiegel” in geradezu prophetischer Weitsicht die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus und sagte die kommende Katastrophe des “Dritten Reichs” voraus. Seine zahlreichen noch vor 1938 unter Pseudonym erschienenen Aufsatze sind Beweise fur den fruhen intellektuellen Widerstand gegen die “braune Gefahr” in Osterreich. Als Katholik und patriotischer Osterreicher nahm er kompromisslos gegen die katholischen Bruckenbauer zum Nationalsozialismus und die Verteidiger eines “Christlichen Antisemitismus” Stellung. Tief verwurzelt in der osterreichischen Geschichte und als einer der besten Kenner Deutschlands seiner Zeit kampfte Missong gegen den Anschluss. Als einer der ersten vertrat er die heute selbstverstandliche Theorie von der Osterreichischen Nation, der er mehrere Studien widmete. In einem vereinigten Europa erblickte er die moderne Verwirklichung der alten Reichsidee. Schon 1949 befasste er sich mit einer “Verfassung fur die Europaische Union”. Schliesslich propagierte er bereits knapp nach dem Zweiten Weltkrieg die Neutralitat als die fur Osterreich zweckmassigste internationale Position. Der heute weitgehend in Vergessenheit geratene politische Denker Missong war ein Mann der “ersten Stunde”, der im Jahre 1945 unmittelbar nach der Befreiung von den Nazis zusammen mit Figl, Hurdes und anderen die Osterreichische Volkspartei mitbegrundete. Als Verfasser der ersten programmatischen Leitsatze dieser Partei und Chefredakteur der “Osterreichischen Monatshefte” leistete er einen wesentlichen Beitrag zur politischen Geschichte und zum geistigen Wiederaufbau Osterreichs nach dem Ende des “Dritten Reichs”. Seine in der Schule Hans Kelsens stehenden Auseinandersetzungen mit dem Marxismus und dem historischen Materialismus zeichneten die inneren Widerspruche im ideologischen Gedankengebaude des Kommunismus nach, die letztlich den Zusammenbruch des “Realsozialismus” beschleunigten. Der konservative Katholik und unbeugsame osterreichische Patriot Missong war seiner Zeit weit voraus. Manche seiner Gedanken, vorgetragen in einer geschliffenen und auf klassischer Bildung beruhenden Sprache, waren zeitgebunden, aber viele sind noch heute von Aktualitat.

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