Die zweite Generation
Transformationsprozesse in den Anfängen von Orden und religiösen Gemeinschaften in der Geschichte des Christentums
Edited by Marco G. Rainini Edited by Andrea Riedl
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Die Rolle der zweiten Generationen von Orden und religiosen Gemeinschaften trat in der Geschichtsschreibung haufig zugunsten der Grundungspersonlichkeiten in den Hintergrund. In diesem Buch beschaftigen sich internationale Autorinnen und Autoren aus historischen und theologischen Disziplinen mit den “Phasen des Garens” religiosen Gemeinschaftslebens im anfanglichen Ubergang von Fluiditat und Experiment zu Dauer und Stabilitat, von “Charisma” zu “Institution”, von Versuchscharakter zu rechtlich-stabiler Ordnung. Zentral ist dabei die Frage nach Krisen und Narrativen, die die Ursprunge der Gemeinschaft im Licht der jeweiligen Gegenwart lesen und tradieren. Das Phanomen der Orden und religiosen Gemeinschaften mitsamt ihrer komplexen Entwicklung und Verankerung von Leitlinien, Regeln und formae des Zusammenlebens pragt das Christentum von Anfang an. Den Grundungspersonlichkeiten, sofern sie bekannt oder gar prominent sind, wird nicht selten charismatische Ausstrahlung und mutiger Tatendrang zugeschrieben. Zumeist sind sie die zentralen Akteurinnen und Akteure, die unsere Kenntnis der Anfange des religiosen Gemeinschaftslebens quer durch die Epochen der Kirchengeschichte bestimmen. Der Fokus dieses Buches liegt hingegen auf den zweiten (und dritten) Generationen von Orden und religiosen Gemeinschaften. Denn haufiger als angenommen liegen die Anfange religiosen Gemeinschaftslebens im Dunkeln oder werden erst (zum Teil erheblich) spater im Sinne einer Erzahlung der Anfange konstruiert. Von groaem Interesse sind die Ubergange von Fluiditat und Experiment hin zu Dauer und Stabilitat einer Gemeinschaft; vom jeweils im Einzelfall genauer zu definierenden Charisma hin zur Institution; vom Versuchscharakter hin zu einer rechtlich-stabilen Ordnung. Solche Ubergange waren – und sind – beinahe immer von Krisen, Konflikten und Narrativen gepragt, die die Ursprunge der Gemeinschaft im Licht der jeweils gegenwartigen Spannungen lesen und tradieren oder Anpassungsprozesse durchlaufen, deren handelnde Personen haufig zu Unrecht im Hintergrund stehen. Dieser bisher wenig untersuchten Phase der Krise und des “Garens” religiosen Gemeinschaftslebens widmen sich die Autorinnen und Autoren dieses Buches.
Prof. DDr. Marco G. Rainini, geb. 1967, Dipartimento di Scienze Religiose, Università Cattolica del Sacro Cuore, Milano, Italia
Prof. Dr. Andrea Riedl, geb. 1984, Lehrstuhl für Mittlere und Neue Kirchengeschichte, Fakultät für Katholische Theologie, Universität Regensburg, Deutschland
- Edited by Marco G. Rainini
- Edited by Andrea Riedl
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