Direkter mittelbarer Vollzug

Zur Anwendung nationalen Rechts durch Unionsbehörden

By (author) Ansgar Baumgarten

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Extent: 280 pages

Publisher: Mohr Siebeck

Subjects: Law, Social Sciences 

Series: Studien zum europäischen und deutschen Öffentlichen Recht

Language: German

Paperback (Published)

(May 2026)

ISBN: 9783162002846

6.1 x 9.13 inches

Price: $120.00

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Ansgar Baumgarten introduces the concept of direct enforcement of national law by EU authorities as a new category of European administrative law. He demonstrates how EU institutions may apply national implementation law to ensure the uniform and effective application of EU law, thereby strengthening European administrative governance.


English summary: Ansgar Baumgarten develops the concept of “direct indirect implementation” as a new category of European administrative execution. This form of implementation describes situations in which EU authorities apply national implementation law in order to indirectly enforce EU law. For the first time, this mechanism enables the EU to apply national law that transposes directives or specifies options contained in regulations. In doing so, it closes an existing gap and ensures the uniform and effective enforcement of the underlying EU law. It marks a new stage in the Europeanization of administrative execution and strengthens the primacy and practical effectiveness of EU law. Article 291 TFEU does not limit the delegation of executive powers. Under the principle of subsidiarity, the EU may also act in the field of implementation insofar as enforcement deficits in the member states endanger the uniform application of EU law. The principle of democracy remains safeguarded, since administrative action rests on a dual democratic foundation-both at the EU and the member state level. Looking ahead, direct indirect implementation provides a tool for enhancing the effectiveness of EU administrative enforcement, for example in the areas of European migration and cybersecurity law. It links national lawmaking with EU-level enforcement and thereby expands the EU’s capacity to act – also in the interests of the member states. German description: Ansgar Baumgarten entwickelt die Figur des “direkten mittelbaren Vollzugs” als neue Kategorie des europaischen Verwaltungsvollzugs. Der direkte mittelbare Vollzug beschreibt Falle, in denen Unionsbehorden nationales Umsetzungsrecht anwenden, um mittelbar Unionsrecht durchzusetzen. Die Vollzugsform ermoglicht es der Europaischen Union erstmals, nationales Recht anzuwenden, das Richtlinien umsetzt oder Optionen in Verordnungen ausfullt. Damit schliesst die Rechtsfigur eine bisher bestehende Lucke und gewahrleistet die einheitliche und effektive Durchsetzung des zugrunde liegenden Unionsrechts. Sie markiert eine neue Stufe der Europaisierung des Verwaltungsvollzugs und starkt Vorrang und praktische Wirksamkeit des Unionsrechts. Art. 291 AEUV begrenzt die Ubertragung von Vollzugsbefugnissen nicht. Nach dem Subsidiaritatsprinzip darf die Europaische Union auch im Vollzugsbereich tatig werden, soweit Vollzugsdefizite der Mitgliedstaaten die einheitliche Anwendung des Unionsrechts gefahrden. Das Demokratieprinzip bleibt gewahrt, da das Verwaltungshandeln auf einer doppelten demokratischen Ruckbindung – an Union und Mitgliedstaat – beruht. Perspektivisch bietet der direkte mittelbare Vollzug ein Instrument zur Effektivierung des EU-Verwaltungsvollzugs, etwa im europaischen Migrations- und Cybersicherheitsrecht. Er verbindet nationale Rechtsetzung mit unionaler Rechtsdurchsetzung und erweitert so die Handlungsmoglichkeiten der Union – auch im Interesse der Mitgliedstaaten.

Einleitung A. Rechtspolitischer Kontext B. Untersuchungsgegenstand: Vollzug nationalen Rechts durch Unionsbehorden C. Ziel und Gang der Untersuchung 1. Kapitel Grundlagen und systematische Einordnung der Vollzugsform A. Bezugnahmen auf nationales Recht in der Unionsrechtsordnung B. Einfuhrung der Vollzugsform in der SSM-VO und der EBA-VO C. Systematische und methodische Grundlagen der Vollzugsform D. Sekundarrechtliche Ausgestaltung des direkten mittelbaren Vollzugs E. Sinn und Zweck des direkten mittelbaren Vollzugs F. Resumee 2. Kapitel Primarrechtliche Anforderungen an die Vollzugsform A. Grundlagen B. Verwaltungsprarogative der Mitgliedstaaten, Art. 291 AEUV C. Grundsatz der begrenzten Einzelermachtigung, Art. 5 Abs. 2 S. 1 EUV D. Subsidiaritats- und Verhaltnismassigkeitsprinzip, Art. 5 Abs. 3 und 4 EUV E. Demokratieprinzip, Art. 10 Abs. 1 EUV F. Institutionelles Gleichgewicht G. Resumee 3. Kapitel Sekundarrechtliche Operationalisierung der Vollzugsform A. Verwaltungsebene B. Rechtsschutzebene C. Resumee 4. Kapitel Perspektiven der Vollzugsform A. Konzeptionelle Uberlegungen B. Potenzielle Einsatzmoglichkeiten de lege ferenda C. Resumee Schlussbetrachtung und Ausblick ~GER~Einleitung A. Rechtspolitischer Kontext B. Untersuchungsgegenstand: Vollzug nationalen Rechts durch Unionsbehorden C. Ziel und Gang der Untersuchung 1. Kapitel Grundlagen und systematische Einordnung der Vollzugsform A. Bezugnahmen auf nationales Recht in der Unionsrechtsordnung B. Einfuhrung der Vollzugsform in der SSM-VO und der EBA-VO C. Systematische und methodische Grundlagen der Vollzugsform D. Sekundarrechtliche Ausgestaltung des direkten mittelbaren Vollzugs E. Sinn und Zweck des direkten mittelbaren Vollzugs F. Resumee 2. Kapitel Primarrechtliche Anforderungen an die Vollzugsform A. Grundlagen B. Verwaltungsprarogative der Mitgliedstaaten, Art. 291 AEUV C. Grundsatz der begrenzten Einzelermachtigung, Art. 5 Abs. 2 S. 1 EUV D. Subsidiaritats- und Verhaltnismassigkeitsprinzip, Art. 5 Abs. 3 und 4 EUV E. Demokratieprinzip, Art. 10 Abs. 1 EUV F. Institutionelles Gleichgewicht G. Resumee 3. Kapitel Sekundarrechtliche Operationalisierung der Vollzugsform A. Verwaltungsebene B. Rechtsschutzebene C. Resumee 4. Kapitel Perspektiven der Vollzugsform A. Konzeptionelle Uberlegungen B. Potenzielle Einsatzmoglichkeiten de lege ferenda C. Resumee Schlussbetrachtung und Ausblick ",

Einleitung
A. Rechtspolitischer Kontext
B. Untersuchungsgegenstand: Vollzug nationalen Rechts durch Unionsbehörden
C. Ziel und Gang der Untersuchung
1. Kapitel Grundlagen und systematische Einordnung der Vollzugsform
A. Bezugnahmen auf nationales Recht in der Unionsrechtsordnung
B. Einführung der Vollzugsform in der SSM-VO und der EBA-VO
C. Systematische und methodische Grundlagen der Vollzugsform
D. Sekundärrechtliche Ausgestaltung des direkten mittelbaren Vollzugs
E. Sinn und Zweck des direkten mittelbaren Vollzugs
F. Resümee
2. Kapitel Primärrechtliche Anforderungen an die Vollzugsform
A. Grundlagen
B. Verwaltungsprärogative der Mitgliedstaaten, Art. 291 AEUV
C. Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung, Art. 5 Abs. 2 S. 1 EUV
D. Subsidiaritäts- und Verhältnismäßigkeitsprinzip, Art. 5 Abs. 3 und 4 EUV
E. Demokratieprinzip, Art. 10 Abs. 1 EUV
F. Institutionelles Gleichgewicht
G. Resümee
3. Kapitel Sekundärrechtliche Operationalisierung der Vollzugsform
A. Verwaltungsebene
B. Rechtsschutzebene
C. Resümee
4. Kapitel Perspektiven der Vollzugsform
A. Konzeptionelle Überlegungen
B. Potenzielle Einsatzmöglichkeiten de lege ferenda
C. Resümee
Schlussbetrachtung und Ausblick

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