Spätantikes Kleidungszubehör aus Nordafrika I
Trägerkreis, Mobilität und Ethnos im Spiegel der Funde der spätesten römischen Kaiserzeit und der vandalischen Zeit
By (author) Christoph Eger
This study is the first to give a comprehensive account of extant dress accessories, especially brooches and belt buckles, from late ancient North Africa. In the first of two volumes, the findings dating from the latest period of Roman rule and the Vandalic period following it are presented, most of which were not published before. In addition to aspects of the chronology and geographical distribution of these findings, which are of high importance for protohistoric and Provincial Roman archaeology, the study will focus on questions about the wearers and their cultural identity. German text.
English Summary: This study is the first to give a comprehensive account of extant dress accessories, especially brooches and belt buckles, from late ancient North Africa. In the first of two volumes, the findings dating from the latest period of Roman rule and the Vandalic period following it are presented, most of which were not published before. In addition to aspects of the chronology and geographical distribution of these findings, which are of high importance for protohistoric and Provincial Roman archaeology, the study will focus on questions about the wearers and their cultural identity. German Description: Die Untersuchung gibt erstmals einen umfassenden Einblick in den Bestand an Kleidungszubehor, v.a. Fibeln und Gurtelschnallen, aus dem spatantiken Nordafrika. Im ersten von zwei Teilen werden die Funde der jungsten Phase romischer Herrschaft und die der anschliessenden vandalischen Zeit vorgelegt – ein Grossteil davon bislang unpubliziert. Ausser Aspekten der Chronologie und der geographischen Fundverteilung dieser fur die Provinzialromischen und die Fruhgeschichtliche Archaologie ausserst wichtigen Fundgruppe stehen Fragen zum Tragerkreis und der kulturellen Identitat der Trager im Mittelpunkt der Arbeit.
- By (author) Christoph Eger
„Vorbildlich sind der Materialteil der Arbeit, die typologisch-chronologische Ansprache der Objekte sowie die ausführliche Diskussion von Vergleichsfunden. Es ist offensichtlich, daß Verf. hier aus einer profunden Materialkenntnis zu schöpfen vermochte, und die künftige Forschung wird diesen Teil des Werkes, dessen Ausstattung und Druckqualität zudem hervorragend sind, mit Gewinn konsultieren.“<br/><br/>Von Matthias Jung<br/><br/>In: Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte Klassische Altertumswissenschaft, Band 87, Heft 4, 2015, S.348-353.<br/><br/><br/>----------------------------------<br/>„Die Kontroverse, die hier behandelt wird, konnte an dieser Stelle nur punktuell bewertet werden. Als wichtiger Ertrag dieses ersten Teils von Ch. Egers Habilitationsschrift bleiben neben der aufwendigen und gründlichen Erschließung des Materials dessen profunde antiquarische Einordnung sowie der Versuch einer sozialen und ethnischen Deutung, die nach Meinung des Rez. besonders am kontextualisierten vandalenzeitlichen Fundmaterial gelingt. Insofern stellt die Arbeit eine überaus wichtige Grundlage für jede weitere Beschäftigung<br/>mit vergleichbarem Material und vor allem künftigen Neufunden dar. Dieser Eindruck wird sich nach Vorliegen des zweiten Teils der Arbeit erwartungsgemäß verstärken, denn auch die Behandlung des byzantinischen Fundmaterials aus dem Reichsgebiet stellt ein dringendes Desiderat der Forschung dar. Man darf überdies gespannt sein, wie seitens der historischen Forchung auf die Arbeit reagiert wird (...).“<br/><br/>Von Dr. Thomas Otten<br/><br/>In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaften 18 (2015), 1065-1074.<br/>--------------------------------------<br/>„E(ger) wertet die bisher bekannt gewordenen Funde aus der Zeit zwischen ca. 400 und 550 in vollem Umfang aus und kündigt die Bearbeitung und Auswertung der Funde und Befunde der anschließenden Epoche zwischen ca. 550 und 700 für einen zweiten Band an. Das in Band I ausgewertete Fundmaterial besteht überwiegend aus dem Kleidungszubehör eines bestimmten Trägerkreises, den man vielleicht etwas allgemein und unscharf als den überwiegend männlichen Teil der Oberschicht jener Region bezeichnen kann. (...) Aus den Schriftquellen ergibt sich für die Vandalenzeit in Nordafrika durchaus ein deutlich zur Schau getragenes ethnisches Bewußtsein, wie es sich zumal in der von der politischen Führung bewußt herbeigeführten und aufrecht erhaltenen religiösen Separierung des vandalischen Bevölkerungselements von der katholischen Mehrheitsbevölkerung in Nordafrika abzeichnete. (...) Geschlossene Ansiedlung der vandalischen Krieger, Pflege und Gebrauch ihrer aus der Donauregion mitgebrachten Sprache und spezifische Elemente der Kleidung (und den Accessoires) sollten sich auch in den Funden und Befunden niedergeschlagen haben, so würde man landläufig annehmen. Die Ansiedlungsplätze der Vandalen auf dem Lande sind aber bisher nicht nachgewiesen worden, und von ihrer Sprache sind nur ganz wenige Zeugnisse auf uns gekommen. (...) E. setzt sich deshalb mit dem Konstrukt militärische Elite versus zivile Elite, wie es von Rummel konzipiert hat, auseinander und kann aufzeigen, dass die Konfliktlinien keineswegs auf militärische und zivile Eliten beschränkt waren, sondern sich vielfach durchkreuzten. (...) Diese stellt auch deshalb einen, großen Wurf dar, weil sie in umfassender Weise das gesamte für die Fragestellung einschlägige Material sammelt und komplett vorlegt. Die Fortsetzung jeglicher weiterer Forschung erleichtert zudem die subtile Erörterung aller Funde aus der Zeit um 400 bis zur Mitte des 6. Jh.s ungemein (97–252); allein schon deshalb muß man E. dankbar sein, unabhängig davon, ob man seiner Interpretation einer ethnischen Deutung des Materials (...) uneingeschränkt folgt oder dem vermeintlich moderneren Ansatz der "Freiburger Schule" zu folgen geneigt ist..“<br/><br/>Von Helmut Castritius<br/><br/>In: Klio Heft 69,2014, S. 351-355. <br/>--------------------------------------<br/>„Fibeln und Gürtelschnallen, Gewand- und Haarnadeln lassen viele Rückschlüsse auf den Träger zu. Aus Metall gefertigt, überstehen sie die Jahrhunderte. Der Autor hat in seiner Habilitationsschrift an der Ludwig-Maximilians-Universität München funktionalen Schmuck aus dem aus dem 5., 6. und 7. Jahrhundert untersucht, der von Römern, Vandalen oder frühen Christen getragen wurde. Die byzantinischen Stücke sollen schwerpunktmäßig erst im zweiten Band vorgestellt werden. Die Gegenstände stammen hauptsächlich aus Grabfunden in Algerien, Tunesien und Libyen. Als nebensächlich abgetan, wurden ihre Fundorte meist nicht katalogisiert. Etwa die Hälfte der hier untersuchten Funde stammt aus dem Sammlungsbestand von Karthago. Die Abbildungstafeln am Schluss des Buches zeigen die Vielfalt und die oft kunstvolle Gestaltung der Gegenstände, zum Beispiel Zwiebelkopffibeln, Blechscheibenfibeln mit Heiligendarstellung, Polyederkopfnadeln oder Tierkopfschnallen.“<br/><br/>In: Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft. März 2013.
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