Zisterzienserkloster als Reichsabteien
edited by Konrad Krimm and Maria Magdalena Ruckert
An der Geschichte des Zisterzienserordens faszinieren seit je die monastische Askese und die Baukunst der Kloster. Daruber gerat leicht in den Hintergrund, dass auch die Zisterzienser Herrschaft ausubten – in den Territorien des Alten Reichs unter der Oberherrschaft der Landesherren, manche aber auch als freie Reichsstande mit eigenem Territorium, das nur dem Kaiser unterworfen war. Den zisterziensischen Reichsabteien gilt dieser Band. Sie waren in zwei Hierarchien eingebunden: in den Orden mit seiner strengen Zentralitat und seinen Sprengel-Kongregationen, und in die Standeordnung des Reichs und der Reichskreise. Wie in jeder Hierarchie ging es auch bei den Zisterziensern um das Ranking in diesen Ordnungen, um den Aufstieg, um das Oben-Bleiben, um die Abwehr konkurrierender Anspruche. Einigen Abteien gelang es bis zur Sakularisation 1802, ihre Selbstandigkeit zu behaupten. Architektonisches Signal der Orientierung an Kaiser und Reich sind die Festsale in den Pralaturen – wir nennen sie heute Kaisersale, und ihr Bildprogramm hat sich in Ebrach, Kaisheim oder Salem glanzvoll erhalten.
An der Geschichte des Zisterzienserordens faszinieren seit je die monastische Askese und die Baukunst der Kloster. Daruber gerat leicht in den Hintergrund, dass auch die Zisterzienser Herrschaft ausubten – in den Territorien des Alten Reichs unter der Oberherrschaft der Landesherren, manche aber auch als freie Reichsstande mit eigenem Territorium, das nur dem Kaiser unterworfen war. Den zisterziensischen Reichsabteien gilt dieser Band. Sie waren in zwei Hierarchien eingebunden: in den Orden mit seiner strengen Zentralitat und seinen Sprengel-Kongregationen, und in die Standeordnung des Reichs und der Reichskreise. Wie in jeder Hierarchie ging es auch bei den Zisterziensern um das Ranking in diesen Ordnungen, um den Aufstieg, um das Oben-Bleiben, um die Abwehr konkurrierender Anspruche. Einigen Abteien gelang es bis zur Sakularisation 1802, ihre Selbstandigkeit zu behaupten. Architektonisches Signal der Orientierung an Kaiser und Reich sind die Festsale in den Pralaturen – wir nennen sie heute Kaisersale, und ihr Bildprogramm hat sich in Ebrach, Kaisheim oder Salem glanzvoll erhalten.
- Edited by Konrad Krimm
- Edited by Maria Magdalena Ruckert
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