Studien zur Chronologie und Siedlungsarchäologie des Karmel (Israel) zwischen Hellenismus und Spätantike

By (author) Hans-Peter Kuhnen

Book cover: Studien zur Chronologie und Siedlungsarchäologie des Karmel (Israel) zwischen Hellenismus und Spätantike

Extent: 408 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Ancient Near East

Series: Tubinger Atlas des Vorderen Orients (TAVO)

Language: German

Paperback (Published)

(April 1989)

ISBN: 9783882264197

7.87 x 11.02 inches

Price: $260.00

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Die vorliegende Studie befasst sich mit den Zeugnissen der antiken Besiedelung aus einem Teilgebiet Nordwest-Palästinas, nämlich dem Karmel und den umliegenden Einzellandschaften Karmelebene, Menaschehügel, Haifabucht und Nördliche Scharonebene. Als Quellen dienten die materiellen Hinterlassenschaften der einstigen Siedlungen, daneben auch eine kleine Zahl Inschriften und literarische Nachrichten, die sich in den Rahmen der Überlieferung des antiken Palästina einfügen. Methodisch richtungsweisend waren für den Autor die Untersuchungen der europäischen Siedlungsarchäologie und der Ansatz der Sozialgeographie.


Die historische Dynamik des Siedlungsgeschehens im Zeitraum von der makedonische und die islamische Eroberung (333/332 v. Chr. bis 634/640 n. Chr.) und die Einbindung in einem naturraumlichen Kleinraum – das rund 640 qkm grosse Karmelbergland – wird herausgearbeitet anhand der archaologischen Landesaufnahme des Archaeological Survey of Israel sowie anderer einschlagiger Archive der israelischen Antikenverwaltung.Der erste Hauptteil analysiert diesen Denkmalerbestand nach antiquarischen Gesichtspunkten. Als Grundlage der Altersbestimmung wird fur Kleinfunde erstmalig ein differenziertes Chronologiesystem entwickelt, welches nach Art eines Typenatlas alle chronologisch bedeutsamen Keramik- und Glasformen des Karmelgebietes detailliert vorstellt und abbildet. In gedrangter Form werden die zugehorigen Bau- und Grabfunde erortert.Der zweite Teil befasst sich mit siedlungsgeographischen Fragen: Standortwahl und Einbindung der Besiedlung in die Landschaft, die Morphologie der Siedlungen und schliesslich deren Chronologie werden untersucht und damit der antike Besiedlungsgang rekonstruiert.Aus der abschliessenden Gegenuberstellung mit den Nachrichten antiker Autoren und Inschriften stellt sich heraus, dass Bodenfunde die Siedlungsgeschichte differenzierter darstellen als Schriftquellen. So lassen sich besonders die wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede der einzelnen Landschaften, aber auch das Wechselspiel zwischen Wirtschaftsweise und landschaftlichem Wandel erstmalig konkret nachweisen. Ebenfalls neu ist der Nachweis, dass der Wirtschaftsboom Palastinas wahrend der Spatantike weniger auf der Christianisierung als vielmehr auf gesteigerter landwirtschaftlicher Produktivitat beruhte, wahrend er gleichzeitig auch den Verfall der Kulturlandschaft einleitete – und zwar Jahrhunderte vor der islamischen Eroberung.

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