Staat, Großraum, Nomos.

Arbeiten aus den Jahren 1916–1969. Hrsg., mit einem Vorwort und mit Anmerkungen versehen von Günter Maschke.

Edited by Günter Maschke By (author) Carl Schmitt

Book cover: Staat, Großraum, Nomos.

Extent: 698 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law, Philosophy, Social Sciences 

Language: German

Hardback (Out of print)

(October 1995)

ISBN: 9783428074716

6.18 x 9.17 inches

Price: $172.00

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Staat, Groaraum, Nomos das sind drei zentrale Themen Carl Schmitts, die in seinem Werk einander ablosen, wenn auch im Groaraum der Staat aufgehoben ist und der neue Nomos der Erde auf Groaraumen beruhen soll. Staat, Groaraum und Nomos besitzen auch eine gemeinsame Aufgabe: sie sollen aufhalten. Der Staat hat der bedrohlichen Invasion der menschlichen Individualitat zu widerstehen, die im Burgerkrieg ihre politisch gefahrlichste Auspragung erreicht; der Groaraum soll den Weg in einen universalistischen, den Zusammenhang von Ordnung und Ortung zerstorenden Nihilismus versperren; an dem noch zu findenden neuen Nomos der Erde, der sich aus einem Pluralismus voneinander abgegrenzter Groaraume ergibt, soll das Projekt der Einheit der Welt scheitern, das, unter dem scheinbar menschenfreundlichen Motto Pax et securitas, nur ein anti-christliches Projekt sein kann. Auffallend ist dabei die stets nachlassende Randscharfe, die von Stufe zu Stufe geringere juristische Erfaabarkeit dieser Schlusselbegriffe, die bereits so die sich steigernde Unordnung und Verwirrung des XX. Jahrhunderts anzeigen, dem Schmitt sich zunachst mit fester Gewiaheit, dann mit einer sich auf reale Entwicklungen stutzenden Zuversicht und endlich nur noch mit einer Hoffnung konfrontierte. Der vorliegende Band sammelt wichtige, z.T. schwer erreichbare Texte Carl Schmitts, zu denen der Herausgeber bibliographische, ideen- und zeitgeschichtliche Erlauterungen und Hinweise beisteuerte. Die Sammlung zeigt, daa Schmitts Groae weniger in seinen Antworten als in seinen Fragen und Fragestellungen liegt, hinter die auch dann nicht zuruckgegangen werden kann, wenn wir selbst die Antworten nicht besitzen. Der stille, kontemplative Carl Schmitt, der sein Wesen treffend beschrieb als gerauschlos und nachgiebig wie ein stiller Flua, wie die Mosel, tacito rumore Mosella, ging nicht den ihm vorgezeichneten Fluchtweg in die Kultur und den Asthetizismus, sondern stellte sich den Res dura des Politischen. Nicht zuletzt diese Spannung erklart die Anregungsfulle und den intellektuellen Reiz der hier wieder vorgelegten Studien und Aufsatze, die auch die Krise der Gegenwart zu erhellen vermogen.

Vorwort

Zur vorliegenden Ausgabe

I. Verfassung und Diktatur

1. Diktatur und Belagerungszustand. Eine staatsrechtliche Studie (1916)
2. Reichspräsident und Weimarer Verfassung (1925)
3. Diktatur (1926)
4. Das Ausführungsgesetz zu Art. 48 (sog. Diktaturgesetz) (1926)
5. Der bürgerliche Rechtsstaat (1928)
6. Konstruktive Verfassungsprobleme (1932)
7. Starker Staat und gesunde Wirtschaft (1932)

II. Politik und Idee

8. Absolutismus (1926)
9. Macchiavelli. Zum 22. Juni 1927 (1927)
10. Der Rechtsstaat (1935)
11. Was bedeutet der Streit um den »Rechtsstaat«? (1935)
12. Politik (1936)
13. Der Staat als Mechanismus bei Hobbes und Descartes (1937)
14. Dreihundert Jahre Leviathan (1951)
15. Die Stellung Lorenz von Steins in der Geschichte des 19. Jahrhunderts (1940)
16. Das »Allgemeine Deutsche Staatsrecht« als Beispiel rechtswissenschaftlicher
Systembildung (1940)
17. Die Formung des französischen Geistes durch den Legisten (1942)
18. Amnestie oder die Kraft des Vergessens (1949)

III. Großraum und Völkerrecht

19. Führung und Hegemonie (1939)
20. Raum und Großraum im Völkerrecht (1940)
21. Völkerrechtliche Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte.
Ein Beitrag zum Reichsbegriff im Völkerrecht (Text der 4. Aufl., 1941)
22. Die Auflösung der europäischen Ordnung im »International Law« (1890–1939) (1940)
23. Die Raumrevolution. Durch den totalen Krieg zu einem totalen Frieden (1940)
24. Das Meer gegen das Land (1941)
25. Staatliche Souveränität und freies Meer. Über den Gegensatz von Land und See im
Völkerrecht der Neuzeit (1941)
26. Beschleuniger wider Willen oder: Problematik der westlichen Hemisphäre (1942)
27. Die letzte globale Linie (1943)
28. Antwort an Kempner (1947)
29. Maritime Weltpolitik (1949)

IV. Um den Nomos der Erde

30. Illyrien – Notizen von einer dalmatinischen Reise (1925)
31. Raum und Rom – Zur Phonetik des Wortes Raum (1951)
32. Die Einheit der Welt (1952)
33. Der neue Nomos der Erde (1955)
34. Welt großartigster Spannung (1954)
35. Die geschichtliche Struktur des heutigen Welt-Gegensatzes von Ost und West.
Bemerkungen zu Ernst Jüngers Schrift: »Der Gordische Knoten« (1955)
36. Gespräch über den Neuen Raum (1955/58)
37. Nomos – Nahme – Name (1959)
38. Die Ordnung der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg (1962)
39. Gespräch über den Partisanen – Carl Schmitt und Joachim Schickel (1969)
Namenverzeichnis I

Namenverzeichnis II

Sachregister

Carl Schmitt, geboren am 11.7.1888 in Plettenberg,
lehrte als Professor für Verfassungs- und Völkerrecht in Greifswald (1921), Bonn
(1922), Berlin (Handelshochschule, 1926), Köln (1932) sowie an der Universität Berlin
(1933–1945). Er gehört zu den anregendsten und zugleich umstrittensten politischen
Denkern dieses Jahrhunderts in Deutschland. Vor allem seine Definitionen der Begriffe
Politische Romantik und Politische Theologie, Souveränität, Diktatur, Legalität und
Legitimität sowie des Politischen (»Freund-Feind-Theorie«) hatten starken Einfluß
weit über die Grenzen Deutschlands und seines Faches hinaus. Carl Schmitt starb
96jährig am Ostersonntag, dem 7. April 1985, in seinem Geburtsort.

  • Edited by Günter Maschke
  • By (author) Carl Schmitt

»Was die vorliegende Edition so brauchbar macht,
ist die weitläufige, umsichtige und gründliche Kommentierung der Texte. Liest man die
›Anmerkungen‹ und den zusätzlichen ›Anhang‹ zusammen, dann hat man – weit über und
rund um Schmitt hinaus – ein stattliches Kompendium zur Literatur des politischen
Denkens, namentlich des 20. Jahrhunderts.« Dr. Friedhelm Kröll, in: Das Argument,
223/1997
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