Sozialpolitik statt Wohltatigkeit
Der Konzeptionswandel stadtischer Fursorge in Sankt Petersburg von 1892 bis 1914
by Annegret Bautz
Hardback (Published)
(March 2007)
ISBN: 9783447054393
6.65 x 9.49 inches
Price: $82.00
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Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in den Metropolen des Russischen Reichs erste Versuche einer Reform der Armenfursorge unternommen, die breitere Armutsschichten zu erfassen suchten. Sie reichten von Massnahmen zur Eindammung des Bettlerwesens uber den Versuch, Arme mithilfe des Elberfelder Systems zielgerichtet zu unterstutzen, bis hin zu konkreten sozialpolitischen Massnahmen in Gesundheit, Bildung und Wohnungspolitik. Diesen Reformprozessen innerhalb der stadtischen Sozialfursorge war einer der wichtigsten gesellschaftlichen Paradigmenwechsel im Russland des 19. Jahrhunderts vorangegangen: Die Veranderung der Einschatzung von Armut und ihren Ursachen. Anders als im puritanisch-protestantischen Teil Europas setzte sich im zarischen Russland immer mehr das Verstandnis durch, dass Armut nicht als eine Charakterschwache und Folge individuellen Versagens begriffen werden durfe, sondern als Ausdruck eines sozio-okonomischen Strukturproblems. Am Beispiel von Sankt Petersburg wird der Frage nachgegangen, inwieweit die stadtische Selbstverwaltung unter dem Druck des generellen sozialen Wandels die Prinzipien der Armenfursorge in Richtung einer zielgerichteten Sozialpolitik umwandelte. Hieran knupft die Frage nach der Reformfahigkeit des zarischen Russlands in seiner Endphase an, konnte doch die Armutsfrage nur gesamtgesellschaftlich gelost werden.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in den Metropolen des Russischen Reichs erste Versuche einer Reform der Armenfursorge unternommen, die breitere Armutsschichten zu erfassen suchten. Sie reichten von Massnahmen zur Eindammung des Bettlerwesens uber den Versuch, Arme mithilfe des Elberfelder Systems zielgerichtet zu unterstutzen, bis hin zu konkreten sozialpolitischen Massnahmen in Gesundheit, Bildung und Wohnungspolitik. Diesen Reformprozessen innerhalb der stadtischen Sozialfursorge war einer der wichtigsten gesellschaftlichen Paradigmenwechsel im Russland des 19. Jahrhunderts vorangegangen: Die Veranderung der Einschatzung von Armut und ihren Ursachen. Anders als im puritanisch-protestantischen Teil Europas setzte sich im zarischen Russland immer mehr das Verstandnis durch, dass Armut nicht als eine Charakterschwache und Folge individuellen Versagens begriffen werden durfe, sondern als Ausdruck eines sozio-okonomischen Strukturproblems. Am Beispiel von Sankt Petersburg wird der Frage nachgegangen, inwieweit die stadtische Selbstverwaltung unter dem Druck des generellen sozialen Wandels die Prinzipien der Armenfursorge in Richtung einer zielgerichteten Sozialpolitik umwandelte. Hieran knupft die Frage nach der Reformfahigkeit des zarischen Russlands in seiner Endphase an, konnte doch die Armutsfrage nur gesamtgesellschaftlich gelost werden.
- By (author) Annegret Bautz
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