Leben fur die Sache

Vera Figner, Vera Zasulic und das radikale Milieu im spaten Zarenreich

by Stephan Rindlisbacher

Book cover: Leben fur die Sache

Extent: 364 pages

Publisher: Harrassowitz Verlag

Subjects: Social Sciences , Twentieth- & Twenty-First- Century History

Series: Forschungen zur osteuropäischen Geschichte

Series volume number: 80

Language: German

Paperback (Published)

(February 2014)

ISBN: 9783447100984

5.71 x 8.62 inches

Price: $55.00

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In der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts treten in Russland vermehrt Frauen und Manner in die Offentlichkeit, die durch radikale Veranderungen einen “neuen Menschen” und mit ihm eine neue Gesellschaft schaffen wollen. Vera Figner und Vera Zasulic, die beiden Protagonistinnen der vorliegenden Untersuchung, sind herausragende Vertreterinnen der radikalen Bewegung im ausgehenden Zarenreich. Wahrend Vera Zasulic mit ihrem Attentat auf den St. Petersburger Stadtkommandanten Fedor Trepov 1878 am Beginn der ersten terroristischen Welle in Russland steht, ist Vera Figner bei ihrer Verhaftung 1883 das letzte fuhrende Mitglied der Terrororganisation Narodnaja Volja (Volkswille), die am 1./13. Marz 1881 einen todlichen Anschlag auf Zar Aleksandr II. verubt. Die beiden Frauen verbindet zwar kein engerer personlicher Kontakt, dafur aber die Zugehorigkeit zum selben Milieu. Beeinflusst von der progressiven Debatte in der Intelligencija der 1860er Jahre entschlossen sie sich bereits in ihrer Jugend, sich von traditionellen Standes- und Geschlechterrollen zu losen, ihr Schicksal “in die eigenen Hande zu nehmen” und sich einer “Sache” zu verschreiben. Zusammen mit anderen Radikalen gerieten sie dadurch in einen immer heftigeren Konflikt mit der autokratischen Staatsmacht, der sich schliesslich zu einem Kampf mit terroristischen Mitteln steigerte. Stephan Rindlisbacher nutzt die Biographien dieser beiden radikalen Frauen als “Scheinwerfer”, um das radikale Milieu mit seinen Merkmalen, Funktionsmechanismen und Handlungsspielraumen auszuleuchten. Aus zwei voneinander unabhangigen aber vergleichbaren Blickwinkeln zeichnet er ein eindrucksvolles Bild nicht nur der radikalen Netzwerkstrukturen, Symbole, Praktiken und Identitatsnarrativen, sondern auch der beteiligten Menschen mit ihren Wunschen, Hoffnungen und Angsten.

  • By (author) Stephan Rindlisbacher