Sozial- und Kulturgeschichte Griechenlands im 19. Jahrhundert
Von der Hinwendung zu Europa bis zu den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit
by Emanuel Turczynski
Hardback (Published)
(May 2009)
ISBN: 9783447059640
6.65 x 9.49 inches
Price: $70.00
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Die vorliegende, das neuzeitliche Griechenland betreffende Arbeit Emanuel Turczynskis ist das Ergebnis einer lebenslangen Zuwendung zur griechischen Welt, die er auch als geistige Herausforderung empfand. So entstand dieses sein Alterswerk, an dem er zehn Jahre gearbeitet hat und das er in voller geistiger Rustigkeit mit zweiundachtzig Jahren abschliessen konnte. Das Gluck wurde ihm beschieden, sein Leben am Schreibtisch vor fertiggestelltem Manuskript zu vollenden. Fur ihn war der Weg das Ziel, und diesen Weg ist er forschenden Geistes gegangen.Der Autor hat ein Kompendium der kritischen Griechenlandkunde verfasst, das die mentale und emotionale Befindlichkeit des einzelnen Menschen, aber auch der gesellschaftlichen Gruppierungen zur Zeit der griechischen Palingenese und danach zu erschliessen versucht. Turczynski stellt ein epochales Fresco vor uns auf, ein weitgespanntes Bild, zu dem eine Unzahl von Zeitzeugnissen, aber auch spatere kritische Stellungnahmen (sowohl von Griechen als auch von Auslandern) beitragen. Der Text baut sich durch die Aneinanderreihung und Gegenuberstellung dieser Zeugnisse auf, der Autor tritt relativ wenig mit eigenen Behauptungen hervor; er liefert dem Leser das Material und vertraut dessen kritischer Urteilskraft. Hinter diesem locker strukturierten opus magnum, dessen Hauptmerkmal nicht so sehr die systematische Darstellung, sondern vielmehr die muhevolle und gewissenhafte Dokumentation ist, zeichnen sich die Beweggrunde und Aporien des Autors, die die Wahl seines Themas erklaren, deutlich ab.Eine Grundthese zieht sich, wie ein roter Faden, durch das ganze Werk hindurch: Fur Turczynski war die nationale Neugeburt Griechenlands – nach seiner Formulierung die “griechische Ethnogenese” – nicht mit dem Ende des gegluckten nationalen Unabhangigkeitskrieges abgeschlossen. Der gemeinsame orthodoxe Glaube, die lebendige Sprache, die unter schwierigsten historischen Gegebenheiten ihre Identitat und Assimilationskraft hatte aufrecht erhalten konnen, ja die seit dem Altertum wenig veranderten Charakterzuge – Tugenden und Fehler – der Griechen, sind fur den Autor nicht so entscheidend als Vorbedingungen zur Nationswerdung wie der gesellschaftliche Konsens und die daraus abgeleitete Fahigkeit zum Aufbau eines von allen mitgetragenen Gemeinwesens. Und dieser Prozess der sozialkulturellen Konsolidierung – dies die These Turczynskis – dauert in Griechenland bis zum heutigen Tage an.
Die vorliegende, das neuzeitliche Griechenland betreffende Arbeit Emanuel Turczynskis ist das Ergebnis einer lebenslangen Zuwendung zur griechischen Welt, die er auch als geistige Herausforderung empfand. So entstand dieses sein Alterswerk, an dem er zehn Jahre gearbeitet hat und das er in voller geistiger Rustigkeit mit zweiundachtzig Jahren abschliessen konnte. Das Gluck wurde ihm beschieden, sein Leben am Schreibtisch vor fertiggestelltem Manuskript zu vollenden. Fur ihn war der Weg das Ziel, und diesen Weg ist er forschenden Geistes gegangen.Der Autor hat ein Kompendium der kritischen Griechenlandkunde verfasst, das die mentale und emotionale Befindlichkeit des einzelnen Menschen, aber auch der gesellschaftlichen Gruppierungen zur Zeit der griechischen Palingenese und danach zu erschliessen versucht. Turczynski stellt ein epochales Fresco vor uns auf, ein weitgespanntes Bild, zu dem eine Unzahl von Zeitzeugnissen, aber auch spatere kritische Stellungnahmen (sowohl von Griechen als auch von Auslandern) beitragen. Der Text baut sich durch die Aneinanderreihung und Gegenuberstellung dieser Zeugnisse auf, der Autor tritt relativ wenig mit eigenen Behauptungen hervor; er liefert dem Leser das Material und vertraut dessen kritischer Urteilskraft. Hinter diesem locker strukturierten opus magnum, dessen Hauptmerkmal nicht so sehr die systematische Darstellung, sondern vielmehr die muhevolle und gewissenhafte Dokumentation ist, zeichnen sich die Beweggrunde und Aporien des Autors, die die Wahl seines Themas erklaren, deutlich ab.Eine Grundthese zieht sich, wie ein roter Faden, durch das ganze Werk hindurch: Fur Turczynski war die nationale Neugeburt Griechenlands – nach seiner Formulierung die “griechische Ethnogenese” – nicht mit dem Ende des gegluckten nationalen Unabhangigkeitskrieges abgeschlossen. Der gemeinsame orthodoxe Glaube, die lebendige Sprache, die unter schwierigsten historischen Gegebenheiten ihre Identitat und Assimilationskraft hatte aufrecht erhalten konnen, ja die seit dem Altertum wenig veranderten Charakterzuge – Tugenden und Fehler – der Griechen, sind fur den Autor nicht so entscheidend als Vorbedingungen zur Nationswerdung wie der gesellschaftliche Konsens und die daraus abgeleitete Fahigkeit zum Aufbau eines von allen mitgetragenen Gemeinwesens. Und dieser Prozess der sozialkulturellen Konsolidierung – dies die These Turczynskis – dauert in Griechenland bis zum heutigen Tage an.
- By (author) Emanuel Turczynski
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