Nippon mit europaischen Augen gesehen

by Bruno Taut, edited by Manfred Speidel

Book cover: Nippon mit europaischen Augen gesehen

Extent: 216 pages

Publisher: Dietrich Reimer Verlag

Subjects: Architecture

Language: German

Paperback (Published)

(November 2009)

ISBN: 9783786126126

Price: $80.00

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Bruno Taut war 1933 kaum vier Wochen in Japan, als er vom Meiji Shobo Verlag den Auftrag erhielt, ein Buch uber seine Eindrucke zu schreiben. ‘Nippon mit europaischen Augen gesehen’ wurde sofort ein Bestseller. Der prominente Architekt, dem sein Ruf vorauseilte, hatte seit seiner Ankunft in Japan zahlreiche Vortrage gehalten, Kunst- und Kulturdenkmaler besichtigt und alle wichtigen Architekten der ‘Moderne’ getroffen. Mit ihnen diskutierte er Probleme der japanischen Modernisierung und Industrialisierung. Seine Auaenansicht als Fachmann war und ist gefragt: Noch die 1991 aufgelegte japanische Taschenbuchausgabe von ‘Nippon mit europaischen Augen gesehen’ erlebte bis heute 17 Auflagen. Das bei uns nahezu unbekannte Originalmanuskript uberdauerte die Zeit im japanischen Verlagsarchiv und erscheint nun erstmalig auf deutsch. Die kritische Ausgabe ubernimmt die Bildauswahl der japanischen Ausgabe, die ebenfalls von Taut selbst entwickelt wurde. Im Buch beschreibt er als Europaer das damals im Einzelnen noch unbekannte Japan. Der sich modernisierenden japanischen Gesellschaft rat er, das traditionelle Konnen und Wissen zu bewahren, zu uberdenken und neu zu bewerten; einer unkritischen Ubernahme von ‘westlichen’ Mustern erteilt er dagegen eine klare Absage.

  • By (author) Bruno Taut
  • Edited by Manfred Speidel

Die Veroffentlichung von Bruno Tauts Tagebuch ist aus mehreren Grunden eine grosse Bereicherung. Zum einen gibt es wenige authentische Berichte aus dieser Zeit, die eine Innenansicht Japans mit fremden Augen erlauben. Taut war nicht als Tourist im Land, sondern er war ungewohnlich stark in die Gesellschaft eingebunden. Vielleicht nicht so sehr wie Lafcaido Hearn ein halbes Jahrhundert zuvor, aber Taut befand sich definitiv nicht in der imaginaren Blase, in die Japaner gerne Fremde einschliessen, damit sie von der Bevolkerung nicht als storend empfunden werden. Dass Taut dennoch viele Dinge nicht oder falsch verstand, widerspricht dem nicht. Die Wertschatzung seiner Person war echt, allerdings auf einer anderen Ebene als Taut dachte. Darin liegt der zweite Wert der Publikation: Es ist erstaunlich, wie produktiv und einflussreich Taut in Japan war. Seine Spuren hat er im Kunsthandwerk genauso hinterlassen wie in der Architektur. Vieles davon wurde zwar erst nach dem Krieg richtig wirksam, aber die Ruckbesinnung auf den Kern japanischer Asthetik im japanischen Design ist sicherlich auch Taut zu verdanken.Mit den drei Banden steht ein faszinierendes Dokument zur Verfugung, das bisher nur unter grossten Muhen zu konsultieren und mit seinen Abkurzungen, unsicheren Schreibweisen, japanischen Begrifflichkeiten und fehlenden Untergliederungen schwer zu verstehen, zu benutzen und einzuordnen war. (...) Die drei nun vorliegenden Tagebucher sind dabei das fundamentale, alles ubrige uberspannende und z usammenhaltende Werk.