Natürlich künstliche Befruchtung?

Eine Geschichte der In-vitro-Fertilisation von 1878 bis 1950

By (author) Christine Schreiber

Book cover: Natürlich künstliche Befruchtung?

Extent: 288 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Twentieth- & Twenty-First- Century History

Series: Kritische Studien Zur Geschichtswissenschaft

Language: German

Paperback (Out of print)

(August 2007)

ISBN: 9783525351598

6.1 x 9.13 inches

Price: $15.00

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Die frühe Geschichte der künstlichen Befruchtung.


English summary: Since 1978, when the first successful in vitro fertilization (IVF) procedure was conducted on a human being, the procedure has been applied commercially worldwide. There has so far been very little systematic research on the history of IVF. The few existing historical studies overemphasize the continuity of scientific research and convey a sense of straight-line progress, thereby neglecting social developments both outside and inside the sciences. The proposed study examines late-nineteenth and early-twentieth-century history to reconstruct the social, cultural, and scientific factors that made it possible to conceptualize such a fundamental intervention in the reproductive process. The project will also explore how the development of IVF technology contributed to changes in the understanding of natural and artificial in the scientific practices and in the human reproduction itself. German description: Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist seit der Geburt des ersten Retortenbabies 1978 ein maagebliches Verfahren der Reproduktionsmedizin. Zehntausende von Frauen unterziehen sich allein in der Bundesrepublik Jahr fur Jahr einer solchen Behandlung, weil sie auf eine Schwangerschaft hoffen. Zugleich stellt die In-vitro-Fertilisation ein technisches Modul fur weitere Verfahren wie die embryonale Stammzellforschung oder das Klonen dar. Die wenigen Arbeiten, die bisher zur Geschichte der In-vitro-Fertilisation existieren, leiden zumeist darunter, dass sie die Entwicklung als Abfolge von Entdeckungen prasentieren und das komplexe Geflecht von Bedingungen vernachlassigen, das zur Etablierung dieser Technologie notig war. Dadurch wird die Kontinuitat wissenschaftlicher Arbeit im Sinne einer geradlinigen Fortschrittsvorstellung uberbetont, soziale Entwicklungen (auch innerhalb der Wissenschaft bzw. zwischen verschiedenen Disziplinen) werden vernachlassigt. Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die Geschichte anhand zweier Fallstudien: Die erste beschaftigt sich mit fruhen Versuchen zur extrakorporalen Befruchtung von Kaninchen-Eizellen im 19. Jahrhundert, die zweite untersucht Befruchtungsversuche mit Eizellen von Kaninchen und Frauen in den dreiaiger und vierziger Jahren. Diese Versuche wurden in Form einer heterogenen Kooperation von einem agrarwissenschaftlichen in ein physiologisches Labor und von da aus in eine Klinik transferiert. Innerhalb der Versuche wurde die Grenze zwischen Natur und Kultur, zwischen naturlicher und kunstlicher Befruchtung nachhaltig verschoben. Am Ende dieses Prozesses, also etwa ab 1950, lasst sich von einer Forschungslinie der In-vitro-Fertilisation sprechen, wobei die Arbeit grundsatzlich auch die Frage aufwirft, inwiefern man uberhaupt von einer solchen sprechen kann, wenn zugleich die Diskontinuitaten des Forschungsprozesses betont werden.

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