Leonid Breschnew

Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins. Eine Biographie

By (author) Susanne Schattenberg

Book cover: Leonid Breschnew

Extent: 661 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Literary Studies, Slavic Studies, Twentieth- & Twenty-First- Century History

Language: German

Hardback (Published)

(September 2017)

ISBN: 9783412502096

6.69 x 9.33 inches

Price: $69.00

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Das Ende des Dreissigjahrigen Krieges, der Westfalische Friede, die Vorbereitungen des Konigmordes in England, der Beginn des Goldenen Zeitalters in den Vereinigten Niederlanden, burgerkriegsahnliche Unruhen in Frankreich, in Polen, im Moskauer Zarenreich, in Suditalien und in Spanien: Das Jahr 1648 machte Schlagzeilen uber Schlagzeilen, die in ganz Europa kommuniziert wurden. Heinz Duchhardt rekonstruiert dieses spektakulare Jahr, das zugleich den Aufbruch in eine neue Zeit ankundigte. Das Jahr 1648 – ein Jahr mit vielen Konnotationen, mit einer unglaublichen Spannung von “himmelhochjauchzend” bis zu “zu Tode betrubt”: in Gestalt der letzten Kriegshandlungen im Rahmen des langen europaischen Konfliktes und des muhevoll ausgehandelten Friedens von Munster und Osnabruck, von gewaltigen sozialen Aufstanden und Herrscherwechseln, Palastrevolutionen und Turkenkriegen, Prozessen gegen Fursten und dynastischer Unsicherheiten, Reformbemuhungen und neuem Aufbruch in Architektur und Kunst, eines neu aufbluhenden literarischen Lebens. All das wurde durch die Medien zu einem europaischen Ereignis, breit kommuniziert und rezipiert. Die “Explosion” des Zeitungswesens hatte ihre Fruchte getragen. Der Historiker Heinz Duchhardt stellt eindrucksvoll dar, in welchem Ausmass das Schlusseljahr 1648 politisch, kulturell und gesellschaftlich pragend war und den Kontinent innehalten und Atem schopfen liess. Ein spannender Gang durch die europaische Staatenlandschaft.


Leonid Breschnew war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der KPdSU und pragte fast zwei Jahrzehnte lang die Entwicklung der Sowjetunion. Anders als im Westen lange behauptet, war Breschnew kein “Hardliner” oder “Restalinisierer”, sondern hatte selbst unter Stalin gelitten und so viel Leid gesehen, dass er “Wohlstand fur alle” zur Generallinie der Partei erklarte. Das Grauen, das er im Zweiten Weltkrieg erlebt hatte, liess ihn den Ausgleich mit dem Westen suchen. Breschnew mimte den westlichen Staatsmann und wurde von seinen Partnern als einer der ihren akzeptiert. Doch als 1974 Georges Pompidou starb und Willy Brandt sowie Richard Nixon zurucktraten, sah sich Breschnew vor dem Trummerhaufen seiner Entspannungspolitik. Denn, was im Westen niemand ahnte, im Kreml gab es keinen politischen Kurswechsel. Stress und Schlaflosigkeit fuhrten Breschnew in eine Tablettensucht, die seine Friedensbemuhungen weiter ruinierte: Den Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan 1979 entschied eine Politburo-Troika ohne ihn. Ein “Mensch in seiner Zeit”: Die Osteuropahistorikerin Susanne Schattenberg legt, basierend auf zahlreichen bislang nicht zuganglichen Quellen, die erste wissenschaftliche Biographie uber Leonid Breschnew vor – zu seinem 35. Todestag im November 2017.

  • By (author) Susanne Schattenberg