Lebenswege in die Altersarmut.
Biografische Analysen und sozialpolitische Perspektiven.
By (author) Antonio Brettschneider By (author) Ute Klammer
Paperback (Published)
(March 2016)
ISBN: 9783428147908
6.18 x 9.17 inches
Price: $160.00
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Altersarmut ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus individuellen und strukturellen Faktoren. Die Autoren nehmen auf der Grundlage biografischer Interviews mit grundsicherungsbedürftigen Seniorinnen und Senioren eine systematisch-analytische Rekonstruktion der vielfältigen und oftmals verschlungenen individuellen Lebenswege in die Altersarmut vor, identifizieren zentrale Risikogruppen und Risikokonstellationen und entwickeln sozialpolitische Reformperspektiven zur Begrenzung zukünftiger Armut im Alter.
»Pathways into Old-Age Poverty«
Old-age poverty is the result of a complex interplay of individual and structural factors. Based on in-depth biographical interviews with German seniors who currently depend on means-tested basic provision in old age, the authors identify main risk groups and analyse typical life-course patterns and biographical constellations that are linked to insufficient retirement incomes. The book also presents strategic guidelines for a preventive and life-course oriented social policy approach to combat future old-age poverty.
Einleitung
I. Grundsicherung und Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter
Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des SGB XII – Die Entwicklung der Grundsicherungsbedürftigkeit und die soziodemografische Struktur der Grundsicherungspopulation
II. Biografische Determinanten der Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter: Ausgewählte Ergebnisse der Forschung
Dimensionen und Risikofaktoren im Lebensverlauf – Erwerbsbiografie – Familienbiografie – Gesundheitsbiografie – Bildungsbiografie – Vorsorgebiografie – Migrationsbiografie. Bevölkerung mit Migrationshintergrund
III. Daten und Methoden
Fallauswahl und Fallgewinnung – Interviewführung – Auswertung
IV. Empirische Ergebnisse (I): Risiken und Risikodimensionen
Eigenständige Alterseinkommen und anerkannte Bedarfe – Erwerbsbiografie – Familienbiografie – Gesundheitsbiografie – Bildungsbiografie – Vorsorgebiografie – Migrationsbiografie – Risiken und Risikodimensionen: Zusammenfassung
V. Empirische Ergebnisse (II): Zentrale Risikogruppen
Einleitung und Überblick – Familienorientierte Frauen – Ehemalige Selbstständige – Zugewanderte Personen – Umbruchsgeprägte Ostdeutsche – »Komplex Diskontinuierliche«
VI. Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter: Gegenwart und Zukunft
Einleitung: Generationenwechsel in der Grundsicherung – Risikogruppen der Gegenwart: Mittelfristige Entwicklungsperspektiven – Risikogruppen der Zukunft: Mittel- und langfristige Perspektiven – Zwischenfazit
VII. »Altersarmut« als Gegenstand der aktuellen Alterssicherungspolitik
Optionen der Altersarmutsvermeidung: Zur Systematisierung der aktuellen Reformdiskussion – Armutsvermeidung durch »Anerkennung von Lebensleistung«? Anmerkungen zur aktuellen Alterssicherungspolitik
VIII. Konsequenzen und Handlungsempfehlungen
Ziele und Handlungsebenen einer lebenslauforientierten und lebensbegleitenden Alterssicherungspolitik – Ermöglichung gelungener (Erwerbs-)Biografien durch soziale Lebenslaufpolitik – Aufbau einer lückenlosen Versicherungsbiografie: Universelles Alterssicherungssystem mit Mindestbeitrag – Nachträgliche Kompensation unzureichender Alterseinkünfte: Stärkung des sozialen Ausgleichs in der GRV – Bedarfsgerechte und niedrigschwellige Ausgestaltung der Grundsicherung im Alter
IX. Zusammenfassung und Ausblick
Literatur- und Sachverzeichnis
Dr. Antonio Brettschneider ist wissenschaftlicher Referent im Arbeitsbereich »Vorbeugende Sozialpolitik« des vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) in Düsseldorf. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft insbes. Sozialpolitik am Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik (ISP) sowie Mitarbeiter am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen. Er promovierte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einer vergleichenden Arbeit zu Legitimationsdiskursen im Umbau der Alterssicherung in Deutschland und Spanien; seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Alterssicherung, vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung, präventive Sozialpolitik und industrielle Beziehungen.
Ute Klammer ist seit 2007 Professorin an der Universität Duisburg-Essen und ab April 2016 Wissenschaftliche Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ). Nach ihrer Promotion im Fach Volkswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt a.M. war sie u.a. Referatsleiterin für Sozialpolitik am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung und Professorin für Sozialpolitik an der Hochschule Niederrhein (Mönchengladbach), bevor sie an die Universität Duisburg-Essen wechselte. Dort hatte sie von 2008 bis 2015 zudem das Amt der Prorektorin für Diversity Management und Internationales inne.
- By (author) Antonio Brettschneider
- By (author) Ute Klammer
»Insgesamt bietet das Buch eine Einführung in die Ausgestaltung von Grundsicherung im Alter, deren interdependente Faktoren und akutelle Risikogruppen. Für sozialpolitisch erfahrene Leser bietet der zweite Teil einen konzeptionell eigenständigen Beitrag mit sozialpolitischen Handlungsempfehlungen der Autoren zur Altersarmutsdebatte.« Dagmar Zanker, in: Rentenversicherung aktuell, 11-12/2016
»Die umfassende und detaillierte Studie leistet durch die Kombination einer empirisch explorativen Vorgehensweise mit Fokus auf individuelle (Erwerbs-)Biografien und der verallgemeinernden Typologisierung der Risikogruppen viel. Neben den überaus interessanten Falldarstellungen, die breiten Raum einnehmen (Kapitel V), sind die Darstellungen der Rahmenbedingungen zur Alterssicherung und vor allem Altersarmut umfangreich und informativ. Die Auseinandersetzung mit der politischen Debatte und den Reformen der jüngeren Vergangenheit, die vor allem im Hinblick auf ihre Zielerreichung in punkto Vermeidung von Altersarmut kritisch zerpflückt werden, führt dem Leser/der Leserin vor Augen, dass das Thema Altersarmut uns in nächster Zeit (leider!) noch weiter begleiten wird. Die abschließenden Handlungsempfehlungen zeigen zudem auf, dass alternative Lösungen bestünden, wobei deren Umsetzungspotentiale angesichts der Stoßrichtung jüngster ›Reformen‹ recht fraglich erscheinen.« Laura Sturzeis, auf: socialnet.de, 07.06.2016
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