Krieg und Zivilgesellschaft.
Edited by Dierk Spreen Edited by Trutz von Trotha
Paperback (Published)
(September 2012)
ISBN: 9783428132065
6.18 x 9.17 inches
Price: $160.00
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Krieg und Zivilgesellschaft scheinen zwei unvereinbaren Wirklichkeiten zuzugehören. Hier die Unordnung der Gewalt, da die gewaltfreie Verständigung des bürgerschaftlichen Umgangs miteinander. Dass solcherart Vereinfachung nicht so ohne weiteres stimmt, ist das Thema dieses Buches, in dem renommierte Sozialwissenschaftler die engen Beziehungen zwischen Krieg und Zivilgesellschaft untersuchen. Ausgelotet werden Bedingungen zivilgesellschaftlicher Frieden in der Weltgemeinschaft ebenso wie an Brennpunkten des Kleinen Krieges in Afrika. Dabei ist manches Ergebnis über die Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft und Krieg unter demokratie- und friedenspolitischen Aspekten alles andere denn beruhigend.
Krieg und Zivilgesellschaft scheinen zwei unvereinbaren Wirklichkeiten zuzugehören: In der einen herrscht die Unordnung der Gewalt, in der anderen die gewaltfreie Verständigung des bürgerschaftlichen Umgangs miteinander. Dass diese Vereinfachung der Realität oftmals nicht entspricht, ist Thema des vorliegenden Bandes. Unter verschiedenen Gesichtspunkten werden die engen Beziehungen zwischen Krieg und Zivilgesellschaft untersucht und diskutiert. Die ersten Beiträge befassen sich mit den Zusammenhängen zwischen Krieg, Politik und Zivilgesellschaft. Anschließend wird auf die Beziehung zwischen Militär und Gesellschaft sowie auf das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und »großen Kriegen« eingegangen. Die abschließenden Beiträge beschäftigen sich mit der Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure und Institutionen im Kontext der sogenannten »kleinen Kriege«. Die Beiträge loten Bedingungen zivilgesellschaftlicher Friedensordnungen für die Weltgemeinschaft und an Brennpunkten des »kleinen Krieges« in Afrika aus. Ihre Ergebnisse über die Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft und Krieg sind unter demokratie- und friedenspolitischen Aspekten alles andere als beruhigend.
Dierk Spreen und Trutz von Trotha
Krieg und Zivilgesellschaft. Einleitung
Dierk Spreen
Weltzivilgesellschaft und Gewalt. Ordnungskonstitutive Gewalt im Zeitalter des globalen Politischen
Hans Joas
Friede durch Demokratie?
Martin Kutz
Umbruchszeiten: Militär und Gesellschaft 1945–2010
Herfried Münkler
Heroische und postheroische Gesellschaften
Gerhard Kümmel
Tod, wo ist dein Stachel? Die Deutschen, die Bundeswehr und militärische Einsätze in postheroischen Zeiten
Maja Apelt
Das Gewaltdilemma moderner Streitkräfte
Volker Heins
Bombenkrieg und Zivilgesellschaft. Der Wandel der Erinnerung an die alliierte Bombardierung Deutschlands im Zweiten Weltkrieg
Volker Kruse
Mobilisierung und kriegsgesellschaftliches Dilemma. Beobachtungen zur kriegsgesellschaftlichen Moderne
Matthias Häußler und Trutz von Trotha
Koloniale Zivilgesellschaft? Von der »kolonialen Gesellschaft« zur kolonialen Gewaltgemeinschaft in Deutsch-Südwestafrika
Marcel M. Baumann
Society First. Von »freiwilliger Apartheid« oder den gesellschaftlichen Barrieren gegen die nachhaltige Konsolidierung von Post-Konflikt-Gesellschaften
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Mali-Nord – Ein Programm für den Frieden. Ein Bericht zu den Chancen (und Grenzen) von Entwicklungshilfe
Artur Bogner und Dieter Neubert
Die Komplexität der Akteursfigurationen bei »Konflikttransformation« und »Postkonflikt«-Prozessen. Beobachtungen am Beispiel Nordghanas und Nordugandas
Trutz von Trotha
Auf der Suche nach Frieden. Geschichte, Jugend und der Aufstieg lokaler Akteure oder die Zukunft liegt im Dorf
Drucknachweise
Autorenverzeichnis
Trutz von Trotha studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Universität Freiburg, an der er auch promovierte und sich in Soziologie habilitierte. Nach einem Studienaufenthalt als DAAD-Postdoktorand in den USA war er Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor für die Soziologie abweichenden Verhaltens und der sozialen Kontrolle am Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Hannover und Heisenberg-Stipendiat der DFG. Als ordentlicher Professor für Soziologie lehrte er von 1989 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 an der Universität Siegen. Trutz von Trotha war Gastprofessor am Laboratoire d’anthropologie juridique de Paris der Sorbonne und Gastwissenschaftler der Fondation Maison des Sciences de l’Homme im Maison Suger, Paris. Er beschäftigte sich inbesondere mit Politischer Soziologie und Ethnologie, Soziologie der Gewalt und des Krieges, Kolonialgeschichte, Kriminal- und Rechtssoziologie, Rechtsethnologie sowie Soziologie und Sozialgeschichte der Familie und Jugend. Innerhalb des DFG-Schwerpunktprogramms »Adaptation and Creativity in Africa« forschte er über Politische Kulturen in Afrika und als Mitglied der DFG-Forschergruppe »Gewaltgemeinschaften« über vorkoloniale Kriegsformen und die Funktion von Gewaltphantasien. Trutz von Trotha verstarb im Mai 2013. Unter: http://bit.ly/1ajZwxf findet sich ein Nachruf auf Trutz von Trotha, verfasst von seinem Kollegen Dierk Spreen.
Dierk Spreen, geboren 1965, Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Freiburg i.Br.; Promotion in Soziologie 1998, Habilitation in Soziologie 2006. Derzeit Akademischer Oberrat auf Zeit für Allgemeine Soziologie in Paderborn, dort auch Vertretung einer Professur für Mediensoziologie und einer Professur für Allgemeine Soziologie (2008–2010); Lehraufträge in Freiburg (Soziologie) und Bielefeld (Erziehungswissenschaft). Arbeitet u.a. zu Krieg und Gewalt, Sicherheit, Medien, Cyborgisierung, Raumrevolution.
- Edited by Dierk Spreen
- Edited by Trutz von Trotha
»Da, wo von Trotha draufsteht, sind i.d.R. scharfsinnige, kritische und reflektierte Analysen, konzise und präzise Formulierungen, stringente und zwingende Argumentationen und darüber hinaus keine konfliktscheuen Kommentare zu erwarten. [...] Der Aufbau des Bandes [...] ist zwar nicht hundertprozentig nachvollziehbar [...]. Dennoch handelt es sich bei dem Werk um ein weitgehend stimmiges Ganzes, in dem überwiegend hervorragende Beiträge die Problemlagen soziologischer Kriegsforschung aufzeigen und insbes. das Verhältnis von ›zivilisierter‹ Moderne und kriegerischer Konfliktaustragung beleuchten. [...] Mit ›Krieg und Zivilgesellschaft‹ geben Spreen und von Trotha ein mit Gewinn zu lesendes und ein die Soziologie und Friedens- und Konfliktforschung bereicherndes Buch heraus. Die versammelten und überwiegend hochinteressanten Beiträge behandeln sehr unterschiedliche Themenbereiche, bewegen sich aber weitgehend in dem von den Herausgebern vorgegebenen Rahmen.« Sascha Bark, in: Soziologische Revue, Bd. 38 2/2015
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