Korpergedachtnis/Gedachtniskorper
edited by Therese Frey Steffen
Das Korpergedachtnis umfasst das individuelle Erinnern, beispielsweise der Lebensgeschichte; die tief eingeschriebene, oft verdrangte, traumatische Erinnerung; die verschiedenen Medialitaten des kulturellen Gedachtnisses; die automatisierten Bewegungs- und Verhaltensablaufe, etwa im Sport oder beim Musizieren, aber auch die Gene als Speichermedien phylogenetischer und ontogenetischer Informationen. Als Gedachtniskorper kann der Mensch selbst fungieren als Trager sichtbarer Erinnerungsspuren, als Reprasentant bestimmter Werte, Fahigkeiten und Taten, als Symbol kollektiven Erinnerns. Ebenso konnen Erinnerungsspuren auf Gegenstande, etwa auf Bilder, Andenken, Idole ubertragen werden. Die Beitrage des vorliegenden Hefts befassen sich mit Tanz, Film und Literatur, mit Praktiken des mundlichen Erzahlens und mit naturwissenschaftlichen Diskursformationen. Sie gehen den Bezugen zwischen der Materialitat des Korpers und der Materialitat des Gedachtnisses nach, untersuchen die Rolle von Institutionen in ihrer Eigenschaft als Gedachtnisspeicher und fragen nach den Zusammenhangen zwischen Gedachtnis, Korperlichkeit und Geschlecht.
- Edited by Therese Frey Steffen
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