“Humanistisches Appeasement”?
Hans Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils.
By (author) Wolfgang Spindler
Paperback (Published)
(August 2011)
ISBN: 9783428135882
6.18 x 9.17 inches
Price: $160.00
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Der Bonner Kanonist Hans Barion (1899-1973) gehört zu den schillerndsten Theologengestalten des 20. Jahrhunderts. Seine Kritik am Zweiten Vatikanischen Konzil, zumal an dessen Staats- und Soziallehre, ist ebenso brillant wie theologisch und sozialphilosophisch herausfordernd. Im Mittelpunkt steht die “politische Theologie”, die Barion nicht nur gegen das Konzil, sondern auch gegen seinen Freund Carl Schmitt (1888-1985) wendet. Das Buch stellt Barions Thesen erstmals umfassend auf den Prüfstand.
“Im Kampf um Rom / siegt Rudolph Sohm.” In diesem Epigramm fing Carl Schmitt (1888-1985) die Krise ein, die Kirche und Kirchenrecht im 20. Jahrhundert erfaßt hat. Hans Barion (1899-1973), einer der schillerndsten Theologen jener Zeit, Freund und Widerpart Schmitts, gewinnt aus Sohms Entgegensetzung von Pneuma und Tradition, Kirche und Recht den “korrekten”, jede politische Theologie ausschließenden katholischen Kirchen(rechts)begriff. An ihm mißt er auch das Vaticanum II. Seine ätzende Kritik zielt auf die “wissenschaftliche Vernichtung der Konzilskirche” ab. Das Buch erschließt die ideengeschichtlichen Hintergründe und unterzieht Barions Thesen, insbesondere zur konziliaren Staats- und Soziallehre, einer umfassenden Prüfung, um sie für die Diskussion um die authentische Auslegung des Konzils fruchtbar zu machen. Größe und Grenze eines außergewöhnlichen Rechtsdenkers kommen zum Vorschein.
Wolfgang Spindler, Dipl.-Jurist Univ., Dr. theol.; Abitur in Ellwangen/Jagst; 1988 bis 1992 Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg; 1993 bis 2001 Studium der katholischen Theologie, der Philosophie und der Politikwissenschaft in Würzburg, München und Wien; 2002 Berufung in die Stiftung Professor Dr. A. F. Utz in Freiburg/Schweiz, seit 2005 ihr Präsident; seit 2003 im Vorstand des Instituts für Gesellschaftswissenschaften in Bonn, seit 2007 Stellvertretender Vorsitzender; seit 2008 Redakteur der sozialethischen Zweimonatsschrift »Die Neue Ordnung« (Bonn); seit 2013 Professor für Politische Philosophie und Sozialethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten; seit 2014 Stiftungsrat der Internationalen Stiftung Humanum in Lugano.
- By (author) Wolfgang Spindler
»Das Buch stellt eine beeindruckende Leistung dar. Schon die Themenwahl ist treffsicher in Bezug auf die Sache und mutig in Bezug auf den Autor. Auf Höhe der theologischen Diskussion, unter erhellender Einbringung der Korrespondenzen aus den Nachlässen von Carl Schmitt und Ernst Forsthoff, in sicherem systematischen wie sprachlichen Zugriff auf komplexe Materien und ebenso sorgfältiger wie durchweg fairer Argumentation gelingt hier ein sowohl anspruchsvller als auch maßgeblicher Beitrag zur rechten Einordnung des II. Vatikanums und zur Debatte um Barions Werk sowie – von anderen ausführlicher zu würdigen – zur katholischen Soziallehre. Dessen offene Rezeption empfiehlt der Verf. für ›ekklesiologische, staatskirchenrechtliche, sozialethische, politische und andere Fragestellungen .... Auch da, wo Barion in den Zurechnungen irrt, bleiben viele seiner Einwände bedenkenswert.‹ (384) Wer daran immer noch Zweifel hat, sollte sich auf dieses wertvolle Buch einlassen.« Norbert Lüdecke, in: Archiv für Katholisches Kirchenrecht, 182/2013
»Damit hat sie Entscheidendes zur Schließung einer Forschungslücke beigetragen, aber ebenso Nachdenkliches im Dienst an einer authentischen Interpretation des II. Vatikanischen Konzils formuliert, der der Kirche aufgetragen ist.« Prof. Dr. Christoph Ohly, in: Trierer Theologische Zeitschrift, Bd. 123, 2/2014
»Spindler ist es vorbildlich gelungen, Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des II. Vatikanums zu entkräften bzw. als Fehlinterpretation aufzuzeigen. In einer akribischen Kleinarbeit hat Verf. das entsprechende Schrifttum des Kirchenrechtlers studiert. [...] Die in der Arbeit durchgehend angewandte Sachlichkeit in der Argumentation ist in jeder Hinsicht vorbildlich.« Clemens Breuer, in: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie, Bd. 100, 2/2014
»Dem Autor gelingt es dank seiner fachübergreifenden Kenntnisse, vor allem auch im Staats- und Kirchenrecht, selbst schwierigste Argumentationsgänge zu verstehen und dem Leser zu vermitteln. Nimmt man noch hinzu, dass die Arbeit [...] zugleich einen reichen Fundus geistesgeschichtlicher Entwicklungsgänge, Verweise und Querverweise sowie veröffentlichter wie noch unveröffentlichter Archivalien zum Thema bietet, ist die dahinter stehende wissenschaftliche Leistung kaum hoch genug einzuschätzen.« Peter Paul Müller-Schmid, in: Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie, Bd. 60, 1/2013
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