Gnade im Werk Michelangelos

by Gunther Wassilowsky

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(March 2023)

ISBN: 9783402111031

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(March 2023)

ISBN: 9783402111048

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In allen Theorien des Schonen und der Kunst, die in der italienischen Renaissance entwickelt wurden, nimmt der Begriff der grazia eine Schlusselstellung ein. Ebenso gab es in der Theologie des 16. Jahrhunderts keinen anderen Gegenstand, der so kontrovers diskutiert wurde wie der der gratia. Sowohl in der Asthetik als auch in der Religion verweist grazia/gratia auf eine Gabe, die vom Menschen nicht hergestellt, verdient oder eingefordert werden kann. Gnade ist in Kunst wie Theologie eine Figur der Unverfugbarkeit, der Unbegreiflichkeit und einer nicht regulierbaren Freiheit. Das gilt auch fur das Nachdenken uber Gnade vor der Reformation. Die vielen unterschiedlichen Theologien des spaten Mittelalters und der fruhen Neuzeit unterscheiden sich nicht hinsichtlich des grundsatzlichen Charakters, den sie der gratia als unverdienbarer, volatiler, alles menschliche Maa sprengender Gabe zuschreiben, sondern in der Frage nach der Bedeutung der menschlichen Werke. Stellen diese Werke und die Anstrengungen des Menschen vor und nach der Gnadengabe – auch wenn sie die Gnade nicht erzwingen oder produzieren konnen – einen integralen und notwendigen Bestandteil des Heilsgeschehens und des Kunstschaffens dar? In der vorliegenden Studie wird der Versuch unternommen, das bildnerische wie dichterische Werk von Michelangelo Buonarroti (1475-1564) mittels einer Untersuchung seiner Vorstellung von Gnade einzuordnen in das komplexe Feld der Religionsgeschichte Italiens im 16. Jahrhundert.

  • By (author) Günther Wassilowsky