Geschichte und Gehirn

Irritationen der Geschichtswissenschaft durch Gedachtniskritik

by Johannes Fried

Book cover: Geschichte und Gehirn

Extent: 43 pages

Publisher: Franz Steiner Verlag

Subjects: Philosophy

Series: Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften und der Literatur

Series volume number: 2003.7

Language: German

Paperback (Published)

(November 2003)

ISBN: 9783515084345

6.65 x 9.49 inches

Price: $15.00

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Mussen wir vergangenes Handeln neu bewerten, weil es sich dem Willen der Handelnden entzog und stattdessen dem von genetischer Kondition, elektrochemischen Aktivitaten und kulturellen Inputs geregelten Spiel der Neuronen unterlag? Verdankt der Mensch seine ganze geistige Existenz, seine kollektiven und individuellen Lebensweisen, sein Konnen, seine Werke und deren Wirkungen, alle Kognition und Intention, die Religion und selbst die Philosophie, kontingenz-induzierten Interaktionen von Neuronen mit soziokulturellen Machten, also einem neurokulturellen Geschehen? Ist nicht der Trager des Hirns, der sich als Ich erfahrende individuelle Mensch, zu verantworten, sondern vielmehr Natur und Gesellschaft? Wenn dem so ware, welche Folgen zeitigte es fur Geschichtsforschung und Geschichtsschreibung? Johannes Fried diskutiert diese Fragen und konzentriert sich vor allem auf Erinnerungszeugnisse, die die Grundlage der mediavistischen Quellen sind.

Johannes Fried, geboren 1942 in Hamburg, zählt zu den international renommiertesten Mediävisten unserer Zeit. Von 1983 bis 2009 hatte er den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main inne. Seit 1997 ist er ordentliches Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften.

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