Entwicklung der Konjunkturforschung im frühen 20. Jahrhundert.

Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie XL.

Edited by Peter Spahn

Book cover: Entwicklung der Konjunkturforschung im frühen 20. Jahrhundert.

Extent: 317 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Business & Economics, Philosophy, Social Sciences 

Series: Schriften des Vereins für Socialpolitik

Language: German

Paperback (Published)

(October 2022)

ISBN: 9783428186778

6.18 x 9.17 inches

Price: $160.00

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Die Anfänge der Konjunkturforschung waren von großer Unsicherheit darüber gekennzeichnet, ob diese ein anwendungsorientiertes Thema oder den wissenschaftlichen Höhepunkt der Ökonomik darstellt. Es entbrannte ein Streit darüber, ob die Konjunkturtheorie primär aus Datenanalyse zu entwickeln ist oder diese umgekehrt analytische Deutungsmuster voraussetzt. Neben Schumpeter, Hayek und Keynes suchten auch viele andere Ökonomen nach neuen Wegen zur Vereinbarung von Mikro- und Makroökonomie.


In der Konjunkturforschung ist wahrlich alles problematisch, selbst das Problem! Nicht nur Friedrich A. Lutz (1932), die gesamte akademische Profession war verunsichert, als es darum ging, die gesamtwirtschaftlichen Schwankungen mit dem tradierten Kanon der Theorie zu vereinbaren. Sollte Konjunkturforschung ein eher anwendungsorientiertes Thema sein, angesiedelt bei neuen einschlagigen Instituten? Oder stellte sie den wissenschaftlichen Hohepunkt der Disziplin dar? Gewinnt man notige Einsichten fur Konjunkturtheorie und -politik aus der Betrachtung reichhaltiger Datensatze oder hat der empirischen Analyse die Entscheidung fur ein bestimmtes theoretisches Deutungsmuster voranzugehen? Welche Rolle spielt das Geld? Diese und andere Fragen ziehen sich durch die Beitrage dieses Bandes, der die Anfange der Konjunkturforschung nicht nur aus der Perspektive der grossen Namen Schumpeter, Hayek und Keynes, sondern auch mit Blick auf andere interessante Autoren und Forschungsinstitutionen untersucht.

Harald Hagemann:
Wie ist Konjunkturtheorie überhaupt möglich? Zur (In-)Kompatibilität von zyklischen Schwankungen und Gleichgewichtstheorie

Hansjörg Klausinger:
Das Wiener Institut für Konjunkturforschung 1927–1938

Stefan Kolev:
Ein Baltendeutscher bei den Preußen des Balkans: Oskar Anderson und das Sofioter Institut für Wirtschaftsforschung (SWIFO)

Jan Greitens:
Geldtheorien während der Hyperinflation von 1923: Die Rezeption von Georg Friedrich Knapps Staatliche Theorie des Geldes

Dirk Ehnts:
Lavington’s The Trade Cycle: An Account of the Causes Producing Rhythmical Changes in the Activity of Business. A Reappraisal

Hans-Michael Trautwein:
Hans Neisser über strukturelle Deflation und Stagnation

Oliver Landmann:
Der Lautenbach-Plan: Euckens »keynesianischer« Augenblick?

David S. Bieri:
Zwischen »Anschaulichkeit« und »Beobachtbarkeit«: August Löschs Räumliche Theorie der Wechsellagen im Lichte des Streits um das Wesen der deutschsprachigen Konjunkturtheorie

Jochen Hartwig:
Zur Genese von Patinkins Interpretation des Keynesschen Prinzips der effektiven Nachfrage

Fritz Helmedag:
Anmerkungen zum Prinzip der effektiven Nachfrage bei Keynes und dessen Auslegungen von Patinkin und Hartwig

  • Edited by Peter Spahn