Diplomatische Objekte?
Zur materiellen Kultur außenpolitischer Verhandlungen in frühneuzeitlichen Ereignisbildern
By (author) Harriet Rudolph
Paperback (Published)
(July 2024)
ISBN: 9783515137294
6.69 x 9.49 inches
Price: $21.00
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Die Erforschung des diplomatischen Dinggebrauchs stellt ein innovatives Forschungsfeld dar. In der Fruhen Neuzeit wurden soziale Ordnungen uber den demonstrativen Gebrauch von Dingen mit ihrer spezifischen Materialitat, Farbigkeit, Form und Funktionalitat nicht nur dargestellt, sondern hergestellt. In der Kultur der Dinge manifestierten sich die politisch-rechtlichen Beziehungen zwischen Herrschaftstragern und ihren diplomatischen Akteuren in einem entstehenden europaischen Staatensystem. Vor allem am Beispiel der im Gemalde “The Somerset House Conference” visualisierten Objektwelten zum spanisch-englischen Frieden von 1604 illustriert der Beitrag, welche Erkenntnispotentiale die Analyse diplomatischer Ereignisbilder eroffnet. Er pladiert fur einen methodischen Neopositivismus, der solche Bildquellen in ihrem uber die Intentionen von Auftraggebern und Bildproduzenten hinausgehenden Aussagegehalt ernst nimmt und nicht als blosse Konstruktionen diplomatischer Akte begreift. Dabei fungierte die semantische Ambivalenz der Dinge oft als Mittel der Herstellung von aussenpolitischem Konsens, was in der gemeinhin konfliktfixierten Geschichtswissenschaft nicht selten aus dem Blick gerat.
Die Erforschung des diplomatischen Dinggebrauchs stellt ein innovatives Forschungsfeld dar. In der Fruhen Neuzeit wurden soziale Ordnungen uber den demonstrativen Gebrauch von Dingen mit ihrer spezifischen Materialitat, Farbigkeit, Form und Funktionalitat nicht nur dargestellt, sondern hergestellt. In der Kultur der Dinge manifestierten sich die politisch-rechtlichen Beziehungen zwischen Herrschaftstragern und ihren diplomatischen Akteuren in einem entstehenden europaischen Staatensystem. Vor allem am Beispiel der im Gemalde “The Somerset House Conference” visualisierten Objektwelten zum spanisch-englischen Frieden von 1604 illustriert der Beitrag, welche Erkenntnispotentiale die Analyse diplomatischer Ereignisbilder eroffnet. Er pladiert fur einen methodischen Neopositivismus, der solche Bildquellen in ihrem uber die Intentionen von Auftraggebern und Bildproduzenten hinausgehenden Aussagegehalt ernst nimmt und nicht als blosse Konstruktionen diplomatischer Akte begreift. Dabei fungierte die semantische Ambivalenz der Dinge oft als Mittel der Herstellung von aussenpolitischem Konsens, was in der gemeinhin konfliktfixierten Geschichtswissenschaft nicht selten aus dem Blick gerat.
- By (author) Harriet Rudolph
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