Die Ökonomie sozialer Beziehungen

Ressourcenbewirtschaftung als Geben, Nehmen, Investieren, Verschwenden, Haushalten, Horten, Vererben, Schulden

Edited by Gabriele Jancke Edited by Daniel Schläppi

Book cover: Die Ökonomie sozialer Beziehungen

Extent: 249 pages

Publisher: Franz Steiner Verlag

Subjects: Business & Economics

Language: German

Paperback (Published)

(June 2015)

ISBN: 9783515110525

6.69 x 9.49 inches

Price: $81.00

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Drei zentrale Merkmale charakterisierten den Umgang fruhneuzeitlicher Gesellschaften mit Ressourcen: Erstens hatten kollektive Ressourcen bzw. Gemeinbesitz und dessen Bewirtschaftung zum ‘gemeinen Nutzen’ grosse Bedeutung. Zweitens waren neben materiellen auch immaterielle Ressourcen Gegenstand sozialer Techniken des Transfers, der Bewertung und der Konvertierung. Drittens spielten Ressourcen in sozialen Beziehungen eine zentrale Rolle. Daraus ergeben sich eine Fulle von Fragen: Wie wurden verschiedene Arten von Gutern, materielle wie immaterielle, gegeneinander verrechnet? Welchen okonomischen Regeln gehorchten soziale Beziehungen? Welche Rolle spielten Ressourcen in Beziehungen? Inwiefern waren Ressourcen in ihrer Wahrnehmung und im Umgang an konkrete soziale Beziehungen gebunden, konnen also nicht als beziehungsfreie Grossen konzipiert werden? Was bedeutet es fur ein okonomisches Modell, wenn auch immaterielle Ressourcen wie Loyalitat oder Ehre ins Kalkul einbezogen werden? Die Beitrage dieses Bandes gehen diesen Fragen an konkreten Fallbeispielen nach, reflektieren theoretische und konzeptionelle Aspekte und entfalten dabei eine ‘Okonomie sozialer Beziehungen’.

Gabriele Jancke hat nach ihrer Promotion die DFG-Forschergruppe “Selbstzeugnisse in transkultureller Perspektive” an der Freien Universitat Berlin mit initiiert und im Rahmen dieser Forschergruppe u.a. ihre Habilitationsschrift verfasst. Derzeit lehrt sie als Privatdozentin an der FU Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Personkonzepte; soziale Beziehungen und Haushalte als Basiselemente fruhneuzeitlicher Gesellschaften; Raumkonzepte; Gelehrtenkultur; Geschlechtergeschichte; judische Geschichte. Daniel Schlappi hat seit seiner Promotion im Jahr 2000 als freischaffender Historiker, Archivmitarbeiter, Hochschuldozent und Universitatsassistent gearbeitet. Aktuell forscht und lehrt er als Oberassistent am Historischen Institut der Universitat Bern und bearbeitet sein Habilitationsprojekt unter dem Titel “Gemeinbesitz, kollektive Ressourcen und die politische Kultur der alten Eidgenossenschaft (17. und 18. Jahrhundert)”. Zu seinen Forschungsinteressen zahlen standische Gesellschaft, Ungleichheit, Distinktion, Korporationen; Diplomatie und Aussenpolitik der Vormoderne; Mikrookonomie und okonomische Theorien; Raumkonzepte; Emotionen; Rituale und Erinnerungskulturen.

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