Die Abwesenheit der Idole

Bildkonflikte und Anachronismen in der Frühen Neuzeit

By (author) Mateusz Kapustka

Book cover: Die Abwesenheit der Idole

Extent: 628 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Art & Art History, Early Modern & Renaissance Studies

Language: German

Hardback (Published)

(March 2020)

ISBN: 9783412515720

6.93 x 9.69 inches

Price: $125.00

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Dieses weit verbreitete spataufklarerische und besonders im burgerlichen Milieu entwickelte Interesse fur die Pflanzen und alles Botanische wird von der Autorin umfassend nachgezeichnet. Wissensgeschichtliche Zusammenhange des zirkulierenden Pflanzenwissens der Aufklarung und der Sattelzeit sowie der vielfach religios motivierten Naturforschung werden dabei ebenso thematisiert wie die konkreten Handlungszusammenhange des Botanisierens, der “botanischen Geselligkeit” oder der entstehenden Zimmerpflanzenkultur sowie grundsatzliche Fragen nach dem Wandel der Mensch-Pflanze-Beziehung am Ubergang zur Moderne.


Die an der Schnittstelle zwischen Bildgeschichte und Geschichtsphilosophie angesiedelte Studie untersucht im Sinne einer kritisch-analytischen Beschreibung den bildlichen Topos der Zerstorung von antiken und aussereuropaischen Vor-(Bildern) im christlichen Machtdiskurs des 16.-18. Jh. Besprochen werden in diesem Kontext bildliche Typologien des rechtglaubigen Herrschers oder Martyrers, der als gewalttatiger Bilderzerstorer den Akt der Vernichtung von agyptischen Idolen durch Christus wahrend seiner Flucht nach Agypten strukturell nachahmt. Diese beiden Figuren werden vor allem im katholischen Barock zu Prototypen der konfessionellen Geschichtsauslegung. Sie tragen in der Fruhen Neuzeit zur anachronistischen Fiktion des Mittelalters als Grunderzeit der christlichen Rechtglaubigkeit und zugleich als Vorstufe der globalen Missionierung bei. Die Zerstorung der ‘fremden’ Bilder geht dabei mit der metaphorischen Normierung und der semantischen Ermachtigung von ‘eigenen’ Bildern einher. Die Thematik wird anhand von Fallstudien zur kirchlichen und kaiserlichen Bildpropaganda in den Landern der bohmischen und der osterreichischen Krone veranschaulicht, die nach 1620 einer Rekatholisierung unterzogen wurden.

Mateusz Kapustka ist seit 2016 am Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich als Privatdozent und zur Zeit als Gastprofessor an der Freien Universität Berlin tätig.

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