Der Geschmack der Vergänglichkeit
Jüdische Sommerfrische in Salzburg
Edited by Robert Kriechbaumer
Hardback (Published)
(August 2002)
ISBN: 9783205994558
6.97 x 9.69 inches
Price: $94.00
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Die Stadt Salzburg und deren Umgebung wurden seit der Jahrhundertwende zu einem bevorzugten Aufenthaltsort einer wohlhabenden aristokratischen und burgerlichen Gesellschaft, die – im Gegensatz zur Romantik – nicht mehr die Patina des Verfalls, sondern die Schonheit von Stadt und Land suchte und schatzte. Salzburg wurde im Sommer durch ein aus Wien anreisendes vor allem auch judisches Publikum aus seiner vertraumten Provinzialitat gerissen. Salzburg bot in der Zwischenkriegszeit ein durchaus ambivalentes Bild. Trotz eines starken Deutschnationalismus und Antisemitismus wurde es zum Aufenthaltsort auch judischer Gaste und infolge der 1000-Mark-Sperre erfolgte eine verstarkt einsetzende vor allem US-amerikanische judische Solidaritat. Im Standestaat schien es fur kurze Zeit auch mit tatkraftiger judischer Unterstutzung zum antinationalsozialistischen Zentrum zu avancieren. Die Mentalitat der Salzburger erwies sich jedoch als starker. Die barocke Welt des Max Reinhardt verschwand im Marz 1938. Die zu einem erheblichen Teil judische Sommerfrischegesellschaft, von einem Grossteil der Salzburger ob ihrer in Trachtenmode von Lanz symbolisierten spielerischen Eleganz und ihrer Blut und Boden ignorierenden Internationalitat verachtet und gehasst, verschwand aus dem Erscheinungsbild von Stadt und Land Salzburg. An ihre Stelle trat jene dumpfe heimattumelnde “Echtheit”, die den Ruckfall in provinzielle Verengung und Barbarei signalisierte.
Die Stadt Salzburg und deren Umgebung wurden seit der Jahrhundertwende zu einem bevorzugten Aufenthaltsort einer wohlhabenden aristokratischen und burgerlichen Gesellschaft, die – im Gegensatz zur Romantik – nicht mehr die Patina des Verfalls, sondern die Schonheit von Stadt und Land suchte und schatzte. Salzburg wurde im Sommer durch ein aus Wien anreisendes vor allem auch judisches Publikum aus seiner vertraumten Provinzialitat gerissen. Salzburg bot in der Zwischenkriegszeit ein durchaus ambivalentes Bild. Trotz eines starken Deutschnationalismus und Antisemitismus wurde es zum Aufenthaltsort auch judischer Gaste und infolge der 1000-Mark-Sperre erfolgte eine verstarkt einsetzende vor allem US-amerikanische judische Solidaritat. Im Standestaat schien es fur kurze Zeit auch mit tatkraftiger judischer Unterstutzung zum antinationalsozialistischen Zentrum zu avancieren. Die Mentalitat der Salzburger erwies sich jedoch als starker. Die barocke Welt des Max Reinhardt verschwand im Marz 1938. Die zu einem erheblichen Teil judische Sommerfrischegesellschaft, von einem Grossteil der Salzburger ob ihrer in Trachtenmode von Lanz symbolisierten spielerischen Eleganz und ihrer Blut und Boden ignorierenden Internationalitat verachtet und gehasst, verschwand aus dem Erscheinungsbild von Stadt und Land Salzburg. An ihre Stelle trat jene dumpfe heimattumelnde “Echtheit”, die den Ruckfall in provinzielle Verengung und Barbarei signalisierte.
- Edited by Robert Kriechbaumer
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