Bevölkerungsexplosion in Europa und Kalter Krieg 1904–1914

Zu den Ursachen des Weltkriegsausbruchs

By (author) Peter Winzen

Book cover: Bevölkerungsexplosion in Europa und Kalter Krieg 1904–1914

Extent: 372 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Social Sciences , Twentieth- & Twenty-First- Century History

Language: German

Hardback (Published)

(September 2024)

ISBN: 9783525302866

6.3 x 9.25 inches

Price: $69.00

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Die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts – Resultat einer unbeherrschbaren, rasanten Bevölkerungszunahme


Im Juli 1914 waren die Hauptmachte Europas mental und kriegstechnisch hochgradig kriegsbereit, da ein Klima gegenseitiger Phobien und kollektiver Angste, die sich letztendlich aus der Bevolkerungsproblematik ableiten lassen, vorherrschte. Vor diesem Hintergrund zeigt Peter Winzen, dass der grosse Krieg in den Augen der meisten Zeitgenossen kein Schreckens-szenario war, sondern eher ein probates Mittel zur Revolutionierung der als unhaltbar angesehenen Weltordnung. Dabei haben die Entscheidungstrager die Folgen ihrer Kriegsentscheidung nur unzureichend einschatzen konnen. Daher hat die vieldiskutierte Frage nach der Hauptverantwortung fur den Kriegsausbruch nur sekundare Bedeutung, da es sich im Prinzip um eine kollektive Schuld handelt. Nach der langen Phase des Kalten Krieges (1904-1914) hat sich bei den an den Kriegsentscheidung beteiligten Regierungen und Militars ein Fatalismus aufgestaut, der den Weg in die heisse Phase erleichterte. Man darf davon ausgehen, dass bei einem friedlichen Ausgang des osterreichisch-serbischen Konflikts die Kriegsentscheidung nur vertagt worden ware. Die “Urkatastrophe” des 20. Jahrhunderts war damit also angesichts der sturmischen demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung, die in die hektische Phase des Hochimperialismus einmundete, gewissermassen vorprogrammiert. Frankreich galt dabei wegen seiner rucklaufigen Bevolkerungszahl als sicherer Kandidat fur den Abstieg, wohingegen Deutschland wegen seines rasanten Bevolkerungswachstums und seines Wirtschaftsbooms als kaum zu bandigender Aufstiegsaspirant aufgefasst wurde.

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