Auswanderung und Auswanderungspolitik in Deutschland.

Berichte Ă¼ber die Entwicklung und den gegenwärtigen Zustand des Auswanderungswesens in den Einzelstaaten und im Reich. Im Auftrage des Vereins fĂ¼r Socialpolitik hrsg. (Schriften des Vereins fĂ¼r Socialpolitik LII).

Edited by Eugen von Philippovich

Book cover: Auswanderung und Auswanderungspolitik in Deutschland.

Extent: 512 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Religious Studies

Series: Duncker & Humblot reprints

Language: German

Paperback (Published)

(June 2014)

ISBN: 9783428172993

6.18 x 9.17 inches

Price: $218.00

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Im Rahmen des Projekts Duncker & Humblot reprints heben wir Schatze aus dem Programm der ersten rund 150 Jahre unserer Verlagsgeschichte, von der Grundung 1798 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Lange vergriffene Klassiker und Fundstucke aus den Bereichen Rechts- und Staatswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Geschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft werden nach langer Zeit wieder verfugbar gemacht.

»Nationalökonom, Sozialreformer, Politiker, * 15.3.1858 Wien, † 4.6.1917 Wien. (katholisch)

Nach dem Besuch des Gymnasiums, zunächst in Marburg (Steiermark), später als Zögling der Theresianischen Akademie in Wien, studierte P. seit 1876 Rechtswissenschaft an der Univ. Graz und schloĂŸ das Studium 1880 an der Univ. Wien ab. Noch vor der Promotion (1881) wurde P. angehender Finanzbeamter, bereitete aber gleichzeitig seine weitere akademische Ausbildung vor. 1882 erfolgte eine Studienreise nach London und Berlin, 1884 habilitierte er sich an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Univ. Wien fĂ¼r Politische Ă–konomie. 1885 erhielt P. einen Ruf als ao. Professor fĂ¼r Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Univ. Freiburg (Br.) (1888 o. Professor). In dieser Zeit veröffentlichte er Arbeiten zu methodologischen Fragen, zu finanzwissenschaftlichen Problemen des bad. Staatshaushaltes und zu Fragen des Kolonialwesens und der Auswanderung. P. versuchte, eine zwischen der Deutschen Historischen Schule und der Ă–sterr. Schule der Nationalökonomie vermittelnde Position zu finden, die die Notwendigkeit einer subjektivistisch und individualistisch begrĂ¼ndeten ökonomischen Theorie anerkannte, aber deren Erweiterung und Ergänzung durch institutionelle Analysen und Wirtschaftsgeschichte forderte. Nach P. ist die ökonomische Theorie Basis fĂ¼r wirtschafts- und sozialpolitische Reformen. Um durch staatliche Eingriffe sozialen Ausgleich herbeifĂ¼hren zu können, mĂ¼sse die Theorie daher Machtpositionen und institutionelle Rahmenbedingungen berĂ¼cksichtigen. Die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe resultiert nicht nur fĂ¼r jene Bereiche in denen Individuen aufgrund fehlender Anreize ökonomisch untätig bleiben (Marktversagen), sondern auch aus GrĂ¼nden des sozialen Ausgleichs ökonomischer Ungleichheit, die das Resultat solcher Machtpositionen ist. Ă„hnlich den deutschen Kathedersozialisten sah P. Sozialpolitik und Sozialreform daher als unumgänglich an. 1893 erhielt er als Nachfolger August v. Miaskovkis (1838–99) und damit indirekt als Nachfolger L. v. Steins einen Ruf an die Univ. Wien (Dekan 1895/96 u. 1907/08, Rektor 1905/06). Sein 1893 erschienenes Hauptwerk ›GrundriĂŸ der Politischen Ă–konomie‹ enthält eine ausfĂ¼hrliche und systematische Darstellung der zeitgenössischen ökonomischen Theorie, wobei ansatzweise auch ökonomische Erklärungen sozialer und rechtlicher Institutionen versucht werden. In diesem Sinne steht P. an der Schwelle zwischen dem alten und dem neuen Institutionalismus. Das Werk selbst wurde zu einem wichtigen und sehr verbreiteten Lehrbuch, das 18 Auflagen erlebte.

P. war nicht nur wissenschaftlich und publizistisch, sondern auch politisch international auĂŸerordentlich aktiv. In einem 1895 erschienenen Bändchen dokumentierte er das Wiener Wohnungselend. Er war geistiger FĂ¼hrer der sozialpolitischen Partei, die 1896 aus den von ihm mitbegrĂ¼ndeten Wiener Fabiern hervorgegangen ist. Wenngleich dieser Partei auch kein groĂŸer Erfolg auf parlamentarischer Ebene beschieden war, war P. doch in verschiedenen staatlichen Beiräten, privaten Gesellschaften (Ver. f. Socialpol.) und staatlichen Sozialkommissionen tätig. Freunde und Gegner beschreiben ihn als äuĂŸerst integre, bescheidene und von hoher intellektueller und sozialer Verantwortung getragene Persönlichkeit.«

Milford, Karl, in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 393–394

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