Der andere Sozrealismus

Narrative Modelle der sowjetischen Literatur zwischen 1928 und 1953

By (author) Gunnar Lenz Series edited by Roland Marti Series edited by Peter Thiergen Series edited by Bodo Zelinsky Series edited by Anne Hultsch Series edited by Jens Herlth

Book cover: Der andere Sozrealismus

Extent: 399 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Literary Studies, Slavic Studies

Series: Bausteine zur Slavischen Philologie und Kulturgeschichte. Reihe A: Slavistische Forschungen

Language: German

Hardback (Published)

(December 2022)

ISBN: 9783412525309

6.3 x 91.93 inches

Price: $87.00

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Die Etablierung sinnstiftender Narrative gehorte zu den zentralen, politisch verordneten Aufgaben der sowjetischen Literatur der Stalinzeit. Im Gegensatz zur Instrumentalisierung der Literatur wurde in der Forschung zum Sozrealismus deshalb Texten, die sich weder als klassische Vertreter einer staatlich gelenkten Literatur noch als ihr Gegenentwurf lesen lassen, bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser andere Sozrealismus aber ist fur die Narrative der Stalinzeit besonders relevant.


Die Etablierung sinnstiftender Narrative gehorte zu den zentralen, politisch verordneten Aufgaben der sowjetischen Literatur der Stalinzeit. Im Gegensatz zur Instrumentalisierung der Literatur wurde in der Forschung zum Sozrealismus deshalb Texten, die sich weder als klassische Vertreter einer staatlich gelenkten Literatur noch als ihr Gegenentwurf lesen lassen, bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser andere Sozrealismus aber ist fur die Narrative der Stalinzeit besonders relevant. In vielen der in dieser Studie untersuchten Werke lasst sich eine erstaunliche Spannbreite unterschiedlicher Textstrategien zwischen Anpassung und Subversion beobachten, die Bruchstellen und Widerspruche in den Narrativen der Stalinzeit sichtbar machen. Auch werden die diachronen Unterschiede zwischen den Narrativen des ersten Funfjahresplans, der 30er Jahre und der Nachkriegszeit starker in den Mittelpunkt geruckt. Insgesamt ergibt sich das Bild einer Literatur, die – teils ungewollt – ein deutlich feineres Sensorium fur die kulturellen und sozialen Spannungen ihrer Gegenwart hatte, als ihr dies bisher zugetraut wurde.

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