Die Rezeption der laesio enormis in den Stadt- und Landrechten

Vertragsgerechtigkeit im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit

By (author) Johannes Ulbricht

Book cover: Die Rezeption der laesio enormis in den Stadt- und Landrechten

Extent: 452 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Early Modern & Renaissance Studies, Law, Medieval Studies

Series: Forschungen zur deutschen Rechtsgeschichte

Language: German

Hardback (Published)

(October 2022)

ISBN: 9783412526153

6.34 x 9.33 inches

Price: $113.00

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Die Stadt- und Landrechte des 13. – 17. Jh. bevorzugten es lange, das Rechtsinstitut der laesio enormis im kanonischen Sinne zu rezipieren, um so den Gerichten die Befugnis einzuraumen, solche Vertrage inhaltlich anzupassen oder aufzuheben, die ihres Erachtens aus irgendeinem Grund ungerecht waren.


Schieflagen in vertraglichen Austauschverhaltnissen sind ein Phanomen, mit dem sich eine jede Zivilrechtsordnung auseinandersetzen muss: Einem ubermachtigen Vertragspartner steht ein schwacher gegenuber, sodass die Gefahr besteht, dass der schwache Vertragspartner ausgebeutet wird. In solchen Situationen stellt sich die Frage, ob und in welchem Umfang eine Rechtsordnung Schutzmassnahmen fur die schwachere Partei ergreifen mochte. Seit dem 12. Jh. waren sich das romische und das kanonische Recht genau uber diese Frage uneins, wie sich bei dem Rechtsinstitut der laesio enormis zeigte. Fur die einen war sie ein universelles Mittel, unbillige Vertragsverhaltnisse umfassend zu korrigieren, andere sahen in ihr eine blosse Ausnahmeregelung, deren Anwendung begrenzt werden sollte. Die Stadt- und Landrechte machten sich bis zum 17. Jh. daraus ihren eigenen Reim. Mit der spannenden Geschichte dieses Rezeptionsvorgangs beschaftigt sich das vorliegende Werk.

Johannes Ulbrich studierte zwischen 2013 und 2018 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Rechtswissenschaft. Seit 2018 forscht er am dortigen Institut für Rechtsgeschichte insbesondere im Bereich des Bürgerlichen Rechts sowie der Deutschen und Europäischen Rechtsgeschichte. Im Jahre 2021 wurde er zum Doktor der Rechte promoviert.

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