Staatsbankrott! Bankrotter Staat?

Finanzreform und gesellschaftlicher Wandel in Preußen nach 1806. Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz 12. Mai - 28. Juni 2006 in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbes

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Book cover: Staatsbankrott! Bankrotter Staat?

Extent: 124 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Business & Economics

Language: German

Paperback (Published)

(May 2006)

ISBN: 9783428121908

6.18 x 9.17 inches

Price: $15.00

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Die Ausgangslage: Staatsbankrott! 1806: Der Krieg Preuaens gegen das Napoleonische Frankreich geht verloren. Damit verscharfen sich die finanziellen Probleme des Konigreiches, dessen Staatsschatz bereits durch die militarischen Unternehmungen der vorangegangenen Jahre erschopft ist. Mit den im Tilsiter Frieden am 9. Juli 1807 festgelegten Bestimmungen (u. a. Halbierung des Staatsgebiets, hohe Kontributionszahlungen) gerat Preuaen in eine den Staat in seiner Existenz bedrohende Krise. Bankrotter Staat? Erneuerung und Konsolidierung Die Losung der Finanzkrise gilt den Reformkraften innerhalb der Staatsverwaltung als vordringlichstes Problem. Ihr Ideal sehen sie im selbstandigen Staatsburger, der es ungehindert durch althergebrachte Traditionen in freier Entfaltung seiner Fahigkeiten zu Gluck und Wohlstand bringt. Die sog. Stein-Hardenbergschen Reformen: Zentralisierung der Verwaltung, Bauernbefreiung, Gewerbe- und Militarreform dienen zusammen mit neuen Bildungsinvestitionen diesem Zweck. Benotigt wird jedoch gleichzeitig der belastbare Steuerzahler, der den Umbau des Staates wie auch die Kontributionslast finanziert. Die Verfassungsfrage: Staatsfinanzen und politische Herrschaft In den Befreiungskriegen 1813-15 gewinnt das Verhaltnis zwischen dem Staat und seinen Burgern eine neue Dimension. Die aus der nationalen Mobilisierung erwachsende Idee eines deutschen Nationalstaats wird vom Reformbeamtentum jedoch nicht aufgegriffen. Auch die geforderte staatsburgerliche Reprasentation soll erst bei einer erneuten Schuldenaufnahme eingerichtet werden. Die Einlosung dieses “Verfassungsversprechens” umgeht die Regierung jedoch durch Kreditaufnahme im Ausland. Rezeptionsgeschichte 1931 erhalt der Historiker Eckart Kehr den Auftrag, fur das Preuaische Geheime Staatsarchiv eine Quellenedition zur preuaischen Finanzpolitik in der Reformzeit zu erstellen. Dieses Projekt wird dem als “Edelbolschewist” verschrienen Historiker durch die Archivleitung jedoch kurz nach der nationalsozialistischen Machtubernahme im Marz 1933 wieder entzogen – aus fachlichen Grunden oder aus Gefalligkeit gegenuber der neuen Regierung? Kehrs Betonung wirtschaftlicher Faktoren fur politische Entscheidungen ist tragende Saule der Konzeption dieser Ausstellung.

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