Die Ehrenbögen in Pompeji

Von Klaus Müller mit Beiträgen von Valentin Kockel

Book cover: Die Ehrenbögen in Pompeji

Extent: 140 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Classical Studies

Series: Studien zur antiken Stadt

Language: German

Hardback (Published)

(September 2011)

ISBN: 9783895008177

9.45 x 12.6 inches

Price: $92.00

In stock

PDF (Published)

(January 2011)

ISBN: 9783954909506

Price: $74.00

Fünf Bogenbauten zieren als Ehrenmonumente zentral gelegene Plätze Pompejis. Seit langem sind sie bekannt und finden sich auch in Rekonstruktionsdarstellungen der vergangenen zwei Jahrhunderte mehrfach und oft phantasievoll in Szene gesetzt. Ihr Baubestand wurde bis heute noch nicht näher untersucht. Vor dem Hintergrund nur recht spärlich erhaltener vergleichbarer Monumente aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert stellte die Untersuchung dieser Monumente bisher ein Desiderat der Bauforschung dar und trägt zudem zur Klärung von Fragen bei, die die komplexe Entwicklungsgeschichte des gesamten Forumsareals betreffen. Über offene Detailfragen der jeweiligen Einzelmonumente hinaus konnten aufgrund der besonderen Situation in Pompeji auch vergleichende typologische und urbanistische Aspekte der Bauten behandelt werden.<br/><br/>Eine Einleitung von Valentin Kockel ergänzt die bauhistorische Untersuchung aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht. Erstmals können bisher unpublizierte Zeichnungen von William Gell aus dem frühen 19. Jahrhundert abgebildet werden.<br/>


In Pompeji ist ein vollstandiges Ensemble von funf Bogenbauten nachweisbar, wobei ein gelegentlich (und sicher falsch) als Tetrapylon interpretierter Bau nicht mitgezahlt ist. An wichtigen Stellen des Forumsareals gelegen, bildeten sie Zugange aus oder fungierten als markante Ubergange zwischen verschiedenen Teilbereichen der Anlage. Die Bogen sind somit aufschlussreich fur die Interpretation der Bebauung und der Entwicklung des Forums seit augusteischer Zeit. Das Interesse, das die Monumente seit ihrer Freilegung im Lauf der ersten Halfte des 19. Jahrhunderts bei Gelehrten und Kunstlern fanden, schlug sich in zahllosen, in den wesentlichen Teilen im ersten Abschnitt des Buches wiedergegebenen und diskutierten bildlichen Darstellungen und Rekonstruktionsvorschlagen nieder. Sie bilden fur sich genommen einen interessanten Aspekt der Forschungsgeschichte Pompejis und besitzen zudem Aussagekraft fur die Bewertung des noch erhaltenen Baubestands. In der Forschung der letzten nahezu 200 Jahre standen zum einen urbanistische Fragen im Mittelpunkt des Interesses (bis hin zu Le Corbusiers kommentierten Skizzen von 1911), zum anderen die ungeklarten Zuweisungen der Ehrenbogen. Diese mussten, wie wir heute sehen, aufgrund fehlender Befunde letztlich ungeklart bleiben und konnten zum besseren Verstandnis der Entstehungsgeschichte des Forums kaum etwas beitragen. Die vorliegende Untersuchung basiert erstmalig auf der Grundlage einer vollstandigen Erfassung, Dokumentation und Beschreibung des Baubestands sowie auf seiner kritischen Beurteilung. Die besonderen Gegebenheiten in Pompeji ermoglichten es hierbei, das Augenmerk ausgehend von einzelnen Baudetails auf das jeweilige gesamte Monument und seine Umgebung bis hin zur ubergreifenden vergleichenden Betrachtung mehrerer Monumente zu richten. Die Untersuchung der jeweiligen Einzelmonumente konnte also auf die Thematisierung typologischer Unterschiede und der Betrachtung diverser Aspekte der Bauaufgabe “Bogenmonument” ausgeweitet werden. Sie fuhrte zu dem uberraschenden Ergebnis, dass mindestens drei der Bauten bei ganz unterschiedlichem gegenwartigem Erscheinungsbild – als kleines wurfelformiges Einzelmonument, als den Tempel flankierende Kompositionselemente oder als hochgestreckter, einen Verkehrsweg uberwolbender Bogenbau – in Grosse und Proportion ihrer verlorenen und rekonstruierten Gliederungselemente weitgehend ubereinstimmten. Dahinter steht vermutlich ein hohen Grad der Standardisierung bei der Errichtung und der Verkleidung dieser Bauten, moglicherweise auch ein ubergeordnetes Bauprogramm. Ganz anders allerdings stellt sich der andere, grosste der Bogen im Hinblick auf die Funktion, die architektonische Ausgestaltung und des Gebaudetyps dar. An einem der stadtebaulichen Brennpunkte der Stadt, an der Nordost-Ecke des Forums im unmittelbaren Anschluss an den Tempel gelegen, hatte er mehrere, zunachst voneinander unabhangige Stadtraume und Gebaude miteinander zu verbinden und in seine Gestaltung auf diese zu reagieren. Mehrere Veranderungen sind an diesem Bau zu belegen und gestatten durch den engen Zusammenhang mit der umgebenden Bebauung verbindliche und weiterfuhrende Ruckschlusse auf Veranderungen der Forumsbebauung in den letzten Jahrzehnten vor der Zerstorung der Stadt.

  • By (author) Klaus Müller
  • With Valentin Kockel

„ Il reste qu'une etude des circuits ainsi jalonnés et de la hiérarchisation des espaces qui en résulte eût constitué un utile complément de cette monographie, par ailleurs si consciencieuse. Nous devons malgré tout remercier Kl. Müller pour la<br/>sûreté de ses analyses et la qualité de l'apparat iconographique<br/>qui les accompagne“<br/><br/>Von Pierre Gros<br/><br/>In: Revue Archéologique, 2/2013, S. 427-428.<br/>--------------------------------------<br/>„Questo è dunque un libro importante, ben documentato e illustrato da un apparato iconografico di prim'ordine, base indispensabile per futuri aggiustamenti, riconsiderazioni, approfondimenti.“<br/><br/>Sandro de Maria<br/><br/>In: Bonner Jahrbücher, Band 213, 2013, S. 399-402.
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