Ganzheit und Kontrafaktizität

Religion in der Sphäre des Sozialen

By (author) Jörg Dierken

Book cover: Ganzheit und Kontrafaktizität

Extent: 431 pages

Publisher: Mohr Siebeck

Subjects: Religious Studies, Social Sciences 

Language: German

Paperback (Published)

(September 2014)

ISBN: 9783161533297

6.06 x 9.09 inches

Price: $111.00

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Religion has a hybrid character as both an expression of inner faith and an element of a wider social dynamic. Jörg Dierken studies this hybridity with the help of two opposing guiding principles of religion: the tendency to bring everything divided into a comprehensive wholeness and the effort to depict a counterfactual alternative world.


English summary: However much individuals practice the Christian religion, without social communication, their faith remains empty. Their symbolic articulation is mediated by culture and depends on communal presentation. The Christian religion is rooted in the subjective and the internal, but at the same time it presses for expression and activity in the intersubjective, which are not easily aligned with each other. The relationships between the individual and the social dimension achieve a certain dynamic that does not wholly erase points of incongruity. So, the faith of one is accompanied by demands on others and religion can also exert influence on other non-religious forms such as politics, science, or education, or can become apparent in them. Religion has a hybrid character. In its real occurrences it is always something other than a simple religion. Jorg Dierken pursues this hybridity on the basis of two contrary motives of the religious: on the one side is the tendency to bring in all divided things into a context of extensive wholeness and, on the other side, the effort to depict a counter-factual alternate world. German description: Sosehr die christliche Glaubensreligion von Individuen praktiziert wird, sosehr bleibt der eigene Glaube ohne soziale Kommunikation leer. Seine symbolischen Artikulationsmuster sind kulturell vermittelt, er lebt von gemeinschaftlicher Darstellung. Christliche Religion hat einen Anker im Subjektiven und Innerlichen, aber sie drangt ebenso auf Ausserung und Betatigung im Intersubjektiven. Beides kommt nicht einfach zur Deckung. Die Wechselverhaltnisse des Individuellen und des Sozialen gewinnen gerade dadurch Dynamik, dass nicht alles zusammenstimmt. So geht der Glaube der Einen mit Anspruchen an Andere einher, und Religion kann auch auf andere, nichtreligiose Formen wie Politik, Wissenschaft oder Erziehung Einfluss nehmen oder sich darin zeigen. Religion hat einen hybriden Charakter. In ihrem wirklichen Vorkommen ist sie immer auch noch etwas anderes als blosse Religion. Jorg Dierken geht dieser Hybriditat anhand zweier gegenlaufiger Grundmotive des Religiosen nach: Einerseits der Tendenz, alles Vereinzelte in einen Zusammenhang umfassender Ganzheit zu bringen, andererseits dem Bestreben, eine kontrafaktische Gegen-Welt darzustellen.

VorwortEinleitung: Religion als Kommunikation von Ganzheits- und Kontrafaktizitätsbewusstsein I. Grundlegung: Zwischen Subjektivität und IntersubjektivitätReligion am Ende - am Ende (doch) Religion? - Transzendentale Religionstheorien - Theologie, Religionswissenschaft und Religionsphilosophie - Inter-Subjektivität - Kommunikation - Subjektivität, ihr (soziales) Anderes und Gottesgedanke II. Religionstheoretische Perspektiven: Reflexivität in SozialitätDabeisein - Zwischen Übersetzbarkeit und Selbstständigkeit - Negativität im Selbstverhältnis - Riskiertes Selbstsein - Moralismus? - Immanente Eschatologie? - Selbsterhaltung - Entgleisungen III. Ethische Perspektiven: Sozialität in ReflexivitätMonotheismus der Macht versus Pantheismus der Moral - Aufgeklärtes Staatsdenken - Religion und Recht - Toleranz - Technik als Kultur - Kein Menschenbild im Mittelpunkt - Gelingendes Altern

Geboren 1959; Studium der Theologie und Philosophie; 1987 Promotion; seit 1995 Professor für Systematische Theologie / Ethik und Religionsphilosophie an der Universität Hamburg; seit 2012 erster Vorsitzender der Internationalen Schleiermacher-Gesellschaft.

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