Die Fortifikationsliteratur des 16. und 17. Jahrhunderts

Traktate deutscher Sprache in europaischen Kontext

by Tobias Buchi

Book cover: Die Fortifikationsliteratur des 16. und 17. Jahrhunderts

Extent: 405 pages

Publisher: Schwabe Verlagsgruppe AG

Subjects: Architecture, World Archaeology

Language: German

Paperback (Published)

(February 2015)

ISBN: 9783796533228

Price: $120.00

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Im 16. und 17. Jahrhundert transformierte sich die Befestigung von Stadten und Burgen mit den seit Urzeiten bewahrten Mauern und Turmen in ein System, das im Gegensatz zur Zivilbaukunst nicht auf Vorbilder aus der Antike zuruckgreifen konnte: das Bastionarsystem. Obwohl es schon fruh Architekten gab, die sich als Ingenieure auf den Festungsbau konzentrierten, wurden die Aufgaben der ‘architectura civilis’ und der ‘architectura militaris’ oft von ein und derselben Person ausgeubt. Mit zunehmender Spezialisierung losten sich jedoch diese Bereiche als eigenstandige Arbeits- und Wissensgebiete immer mehr voneinander, was uber die Jahrhunderte zu einer Trennung der Kompetenzbereiche des Ingenieurs und des Architekten fuhrte. Die Entstehungsgeschichte des Bastionarsystems ist deshalb auch Teil der Entstehungsgeschichte des modernen Ingenieurwesens.Festungen der untersuchten Periode waren grosse und kostbare Bauwerke, deren Planung und Ausfuhrung oft mehrere Jahrzehnte dauerte und hochste Anforderungen an die involvierten Entscheidungstrager und leitenden Architekten stellte. Neben militarischem Fachwissen waren ein hohes Mass an technischer und administrativer Kompetenz sowie architektonische Erfahrung in der Bewaltigung des Planungsprozesses, der Baustellenorganisation und der Kostenkontrolle erforderlich. Diese Anforderungen wurden in einer umfangreichen theoretischen Literatur reflektiert, die, sofern sie im deutschsprachigen Kulturraum im Druck veroffentlicht wurde, Thema des vorliegenden Buches ist. Die detaillierte Untersuchung der Traktate wirft ein neues Licht auf die Konzepte, Denkformen und Methoden der entstehenden Ingenieurwissenschaften im Zusammenhang mit der zeitgenossischen Mathematik, Naturwissenschaft und Philosophie und der Theorie der Militar- und Politikwissenschaften. Durch die Thematisierung und Hinterfragung des sich erganzenden Verhaltnisses von Theorie und Praxis erschliesst die Arbeit zudem das historisch bedingte Selbstverstandnis heutiger Ingenieure und Architekten.

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