Zusammenbruch, Trauma, Triumph

Das Epochenjahr 1918 und sein Nachleben in Zentral-, Ostmittel- und Sudosteuropa

edited by Steffen Hohne

Book cover: Zusammenbruch, Trauma, Triumph

Extent: 386 pages

Publisher: Harrassowitz Verlag

Subjects: Twentieth- & Twenty-First- Century History

Series: Ostmitteleuropa interdisziplinär

Series volume number: 2

Language: German

Paperback (Published)

(October 2020)

ISBN: 9783447115353

Price: $95.00

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Die Erinnerung an die Jahre 1914 bis 1918 hat in den Geisteswissenschaften intensive produktive, wenn auch hochst heterogene Wirkungen entfalten konnen, in denen sich unterschiedliche Tradierungen und Kanonisierungen erkennen lassen. Zieht man allgemein verbindliche Deutungsmuster heran, so liesse sich konstatieren, dass der Erste Weltkrieg – in Deutschland vom Zweiten Weltkrieg uberlagert – im Westen als grosser Opfergang erinnert wird, wahrend er in Russland Auftakt zu Revolution und Burgerkrieg ist. In Zentraleuropa stellt er fur einige Lander die entscheidende Phase nationalstaatlicher Wiedergeburt dar. Er bedeutet somit einen tiefen Einschnitt in der europaischen (Geistes-)Geschichte, er wirkt aber auch als Durchbruch der Moderne in sozialer, intellektueller und technologischer Hinsicht und markiert in gewisser Weise das Ende des burgerlichen Zeitalters. Dies durften einige der Grunde sein, weshalb 2018 ein auch in Zentral- bzw. Ostmitteleuropa herausragendes Gedenkjahr war. Der Zerfall der Vielvolkermonarchien in Europa bedeutete das Ende der politischen Ordnung des ‘langen’ 19. Jahrhunderts und brachte sowohl die Erfullung nationaler Erwartungen und Hoffnungen in den Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie wie aber auch Verlusterfahrungen in Osterreich und vor allem in Ungarn sowie in dem in seinen imperialen Erwartungen enttauschten Italien. Anlasslich des Gedenkjahrs bietet der Tagungsband eine Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg aus geschichts-, literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive, die sich insbesondere dem Ende des Kriegs und seinem Nachwirken widmet, wobei der Fokus auf dem fruheren habsburgischen Bereich liegt.

  • Edited by Steffen Hohne