Wirkung durch Übersetzung

Die Vetus Latina Apocalypsis Johannis in Nordafrika am Beispiel von Offb 11–12

By (author) Matthias Geigenfeind Series edited by Agnethe Siquans Series edited by Hans-Ulrich Weidemann Series edited by Susanne Plietzsch Series edited by Uta Heil

Book cover: Wirkung durch Übersetzung

Extent: 349 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Biblical Studies, Classical Studies

Series: Antike Schriftauslegung/Ancient Scriptural Interpretation

Language: German

Hardback (Published)

(December 2025)

ISBN: 9783525552964

6.34 x 9.25 inches

Price: $175.00

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Die Johannesoffenbarung wurde in der Spatantike und im Mittelalter gern gelesen und rezipiert. Durch die Ubertragung des griechischen Textes ins Lateinische ergeben sich – egal ob letztlich unbeabsichtigt erfolgt oder bewusst veranlasst – Anderungen, die Aufschluss uber das Verstandnis des letzten Buches des Neuen Testaments zu geben vermogen.Die sog. Vetus Latina Apocalypsis Johannis darf, wie M. Gegenfeind in seiner Arbeit zeigt, in ihrer fruhesten in Nordafrika entstandenen und verbreiteten Form als eine eigene Stufe der breiten Rezeption der Johannesoffenbarung in der kirchlichen und theologischen Tradition betrachtet werden.


Die Offenbarung des Johannes ist einer der wirkmachtigsten Texte des Neuen Testaments. Wahrend diese Schrift im griechisch-sprachigen Osten des Mittelmeerraums lange Zeit eher ein “Buch der Sieben Siegel” blieb, erfreute sie sich in der lateinischen Welt einer grossen Beliebtheit. Einer der Grunde hierfur mag sicherlich darin zu sehen sein, dass die Johannesoffenbarung schon rasch nach ihrer Abfassung ins Lateinische ubersetzt wurde. Die sog. Vetus Latina Apocalypsis Johannis darf, wie die mit dem Armin-Schmitt-Preis 2021 ausgezeichnete Studie zeigt, in ihrer fruhesten in Nordafrika entstandenen und verbreiteten Form darum ganz folgerichtig als eine eigene Stufe der breiten Rezeption der Johannesoffenbarung in der kirchlichen und theologischen Tradition betrachtet werden. Gegenuber dem griechischen Ausgangstext des Novum Testamentum Graece (NA28) tritt bei sorgfaltiger “synchroner” Lekture des griechischen mit dem altlateinischen Text ein bedeutsamer “Mehrwert” bzw. “Anderswert” zu Tage, der aufgrund der in der neutestamentlichen Textkritik in den vergangenen Jahren erfolgten Rekonzeptualisierung, was die Betrachtung und den Stellenwert versioneller Texte anbetrifft, einen bislang eher unbekannten Blick auf die Ekklesiologie, Mariologie sowie Theologie (sic!) und Christologie der Offenbarung freilegt. Matthias Geigenfeind versteht seine Arbeit zugleich als Appell, den Versionen neutestamentlicher Schriften als Zeugen fur einen gelebten Text vertiefte Aufmerksamkeit zu schenken, da sich hierdurch ein “Fenster” in die fruhe Uberlieferung der biblischen Schriften offnet.

Matthias Geigenfeind (* 1989), im WiSe 2025/2026 Lehrstuhlvertreter für Neues Testament am Institut für Katholische Theologie der Universität Paderborn. Seit 2023: Akademischer Rat a.Z. an der Professur für Exegese des Neuen Testaments am Institut für Biblische Exegese und Theologie (IBET) der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Studium in Regensburg und Jerusalem (Theologisches Studienjahr an der Dormitio-Abtei). 2021 Promotion in Regensburg. 2015-2023 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Septuaginta und biblische Textforschung (ISBTF) der Kirchlichen Hochschule Wuppertal im DFG-Projekt „Editio Critica Maior: Die Johannesoffenbarung (ECM-Apk)“. 2022-2023 Stellvertretender Projektleiter und Acting Manager. Lehraufträge an den Universitäten Duisburg-Essen (WiSe 2021/2022), Hamburg (SoSe 2022) und Regensburg (SoSe 2023).

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