Von Gewalt zur Gewaltüberwindung in der Bibel

Theologische, anthropologische und ethische Aspekte

By (author) Günter Scholz

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Extent: 729 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Biblical Studies

Language: German

Hardback (Published)

(June 2021)

ISBN: 9783525565551

6.3 x 9.25 inches

Price: $150.00

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Gewalt in der Bibel – Mensch, wie überwindest Du das im Angesicht Gottes?


Die Sprache und die Bilder der Gewalt in der Bibel, insbesondere im Alten Testament, werden von vielen Lesern in theologischer Wissenschaft und kirchlicher Praxis als anstoaig wahrgenommen. Der Verfasser ordnet die Gewaltzuge im Wesen Gottes wie auch die gewaltverherrlichenden Szenen in den Kontext der Zeit ein und kommt so zu einem adaquaten Gottes- und Menschenbild sowie zu entsprechenden ethischen Grundsatzen. So erweist sich das Gesicht Gottes als ambivalent, aber mit einem deutlichen Zug zu umfassender Gnade, je universaler, desto mehr, bis es im NT im Bild Jesu Christi und in seiner Reich-Gottes-Verkundigung bestimmend wird. Das Wesen des Menschen ist gepragt teils von seiner Bestimmung zur Freiheit, teils von seiner Bestimmtheit durch die Sunde; das Sollen realisiert sich im AT im Mitgehen des Menschen bzw. des Volkes mit seinem Gott in Treue und Vertrauen, im NT in der Verwirklichung des neuen, in Christus geschenkten Seins. Der hermeneutische Zugriff auf die relevanten Texte erfolgt, wo moglich, unter drei Fragestellungen: Was sagen sie zu dem Thema 1. So ist Gott? 2. So ist der Mensch? bzw. So ist Israel? 3. So soll der Mensch sein? bzw. So soll Israel sein? Dabei sieht der Verfasser das Wesen Gottes in seiner Ambiguitat beschrieben, das sich in der Geschichte zerstorend oder aufbauend auswirkt mit einer universell-heilvollen Tendenz; das Wesen des Menschen bzw. Israels im Spannungsfeld von Bestimmung zum “Sohn” und der Bestimmtheit durch die Sunde mit dem Ziel einer neuen Knechtsgemeinde; das Handeln des Menschen bzw. Israels bestimmt von der Entscheidung fur oder gegen den Bund mit der Erwartung einer neuen Zeit, in der die Entscheidung ins Herz geschrieben ist. Der tendenziell auf Gewaltreduktion, Verstandigung und Versohnung gerichtete rote Faden im AT wird – nicht ohne Ruckschlage (Joel, Nahum, Obadja) – zum Webmaterial eines roten Teppichs des Friedens Gottes mit den Menschen und untereinander im NT. Die Bedrohtheit der Bestandsgarantie der Schopfung (Offenbarung des Johannes) gibt die geschichtliche und kosmische Realitat wider, die Bestandsgarantie selbst aber (Gen 8,21f) fuhrt zu der Gewissheit, dass uns nichts scheiden kann von der Liebe Gottes in Jesus Christus (Rom 8,38) und dass wir befahigt sind zu einem Leben im Geist der Liebe, des Friedens und der Versohnung (Mt 5 – 7; Rom 12 – 15). Der Verfasser weia sich einer biblischen Theologie verpflichtet, die Kontinuitat und Diskontinuitat beider Testamente gleichermaaen profiliert, sie aber auch zusammengehalten weia durch eine Entwicklungsgeschichte und durch den einen erwahlenden und so in der Geschichte handelnden Gott. Ein besonderes Augenmerk gilt der ‘archaologischen” Schichtung der Texte, in der gelegentlich ein Diskurs zum Thema Gewalt durch die Zeiten hindurch sichtbar wird.

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