Ruodlieb

Faksimile-Ausgabe des Codex Latinus Monacensis 19486 der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Fragmente von St. Florian

Revised by Konrad Vollmann

Book cover: Ruodlieb

Extent: 181 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Classical Studies, Medieval Studies

Language: German

Hardback (Published)

(January 1985)

ISBN: 9783882262575

7.28 x 10.43 inches

Price: $68.00

In stock

Der erste Halbband mit der kritischen Ausgabe des „Ruodlieb“ enthält die Erstveröffentlichung des von Karin Schneider entdeckten neuen Fragments und einen revidierten Text der bislang bekannten Bruchstücke. Im Vergleich zu den älteren Editionen sind etwa 120 neue Lesungen und mehrere hundert abweichende Ergänzungsvorschläge bekannt. Über beides, Lesungen und Ergänzungen geben zwei Apparate Aufschluss. Ein dritter Apparat enthält wörtliche Zitate des Dichters aus der ihm bekannten lateinischen Literatur und Wendungen mit Ähnlichkeitscharakter. Dieser zeigt,dass der literarische Horizont des Dichters entschieden weiter war, als bisher angenommen.


Das Ruodlieb-Epos gilt noch immer als eines der grossen Ratsel der mittelalterlichen Literatur. Das Werk, vermutlich von einem Tegernseer Geistlichen im letzten Drittel des 11. Jahrhunderts geschrieben, lasst sich weder von seiner Sprache noch von seiner epischen Technik her ohne weiteres an die literarischen Traditionen seiner Epoche anschliessen. Ein hochst eigenwilliges Latein zeugt von einer ungewohnlichen dichterischen Gestaltungskraft; es gelingt dem Autor, ein derart anschaulich-buntes Bild von der Alltagswirklichkeit der Zeit zu vermitteln, dass man vom ersten grossendeutschen Realisten gesprochen hat. Zugleich liegt hier der erste mittelalterliche Versuch vor, ein frei erfundenes weltliches Epos zu schaffen.Eine genauere Bestimmung der literarhistorischen Position des Werkes macht ausserordentliche Schwierigkeiten. Sie beginnen damit, dass das Werk nur fragmentarisch uberliefert ist. Die erhaltenen Teile sind heute als Clm 19486 der Bayerischen Staatsbibliothek Munchen wieder zusammengefasst. Die stark eingreifenden Korrekturen lassen vermuten, dass wir das Autograph des Dichters vor uns haben. Es scheint hier einmal moglich, einen mittelalterlichen Autor bei seiner Arbeit zu verfolgen.Schon 1830 war ein Doppelblatt einer zweiten Ruodlieb-Handschrift in St. Florian entdeckt worden, die als unmittelbare Abschrift vom Original anzusehen ist. Das Blatt bildet eine wertvolle Erganzung, da sein Text im wesentlichen in Lucken des Munchener Codex fallt. Damit stellte sich die Aufgabe, die unleserlich gewordenen oder durch Beschnitt verstummelten Textteile zu erganzen und die Fragmente zu ordnen sowie festzustellen, wo und in welchem Umfang mit Lucken zu rechnen ist.In der Einleitung zur Faksimile-Ausgabe skizziert Prof. Haug die Forschungslage, begrundet die Anordung der Fragment und fuhrt in die literaturwissenschaftlichen Probleme ein. Band 2 enthalt den kritischen Text von Herrn Prof. Vollmann.

  • Revised by Konrad Vollmann