Klassik und Klassizismen in römischer Kaiserzeit und italienischer Renaissance
Edited by Marc Föcking Edited by Claudia Schindler
Paperback (Published)
(November 2020)
ISBN: 9783515128346
6.69 x 9.49 inches
Price: $104.00
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So positiv das Etikett ‘Klassik’ und ‘Klassiker’ besetzt ist, so abschreckend wirkt das des ‘Klassizismus’, scheint es doch Epigonalitat und uninspirierte Regelfixiertheit zu signalisieren. Ein Blick auf zwei den beiden Begriffen besonders affine Epochen aber zeigt, das ‘Klassik’ und ‘Klassizismus’ keine Oppositionen, sondern dialektisch-dynamisch verbundene Kategorien kunstlerisch-literarischer Selbst- und Fremdzuschreibungen sind: Die Romische Kaiserzeit, deren literarisches Schaffen der sogenannten augusteischen Klassik stark verpflichtet ist, und das italienische sechzehnte Jahrhundert, in dem die pluralen Bezugnahmen der italienischen Renaissance auf die Antike systematisiert, poetologisch reflektiert und die Isolierung des Prinzips der Imitatio auch auf volkssprachliche Texte selbst ubertragbar werden. Beide Epochen bilden nicht nur je eigene Klassiken und Klassizismen aus, sie zeigen auch, wie uber Jahrhunderte hinweg Autoritatssetzungen durch historische Ruckbezuge funktionieren, zugleich aber neue Klassiker jenseits historischer Modellbildung entstehen konnen.
So positiv das Etikett ‘Klassik’ und ‘Klassiker’ besetzt ist, so abschreckend wirkt das des ‘Klassizismus’, scheint es doch Epigonalitat und uninspirierte Regelfixiertheit zu signalisieren. Ein Blick auf zwei den beiden Begriffen besonders affine Epochen aber zeigt, das ‘Klassik’ und ‘Klassizismus’ keine Oppositionen, sondern dialektisch-dynamisch verbundene Kategorien kunstlerisch-literarischer Selbst- und Fremdzuschreibungen sind: Die Romische Kaiserzeit, deren literarisches Schaffen der sogenannten augusteischen Klassik stark verpflichtet ist, und das italienische sechzehnte Jahrhundert, in dem die pluralen Bezugnahmen der italienischen Renaissance auf die Antike systematisiert, poetologisch reflektiert und die Isolierung des Prinzips der Imitatio auch auf volkssprachliche Texte selbst ubertragbar werden. Beide Epochen bilden nicht nur je eigene Klassiken und Klassizismen aus, sie zeigen auch, wie uber Jahrhunderte hinweg Autoritatssetzungen durch historische Ruckbezuge funktionieren, zugleich aber neue Klassiker jenseits historischer Modellbildung entstehen konnen.
- Edited by Marc Föcking
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