Hygiene exportieren

Die italienische Kolonialmedizin im Versuchsfeld Libyen 1912–1940

By (author) Alessandra Parodi Series edited by Christof Dipper Series edited by Oliver Janz Series edited by Sven Reichardt Series edited by Wolfgang Schieder Series edited by Petra Terhoeven Series edited by Gabriele B. Clemens

Book cover: Hygiene exportieren

Extent: 208 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Islamic & Middle Eastern Studies, Italian Studies, Social Sciences 

Series: Italien in der Moderne

Language: German

Hardback (Forthcoming)

(November 2026)

ISBN: 9783412536176

Price: $57.00

Faschismus als biologisches Kolonialregime


Libyen war von 1912 bis 1943 eine Kolonie – zuerst des liberal regierten, seit 1922 des faschistisch beherrschten Italiens. Es sollte als Auffangbecken für die überschüssige bäuerliche Bevölkerung des italienischen Südens dienen, die dabei war, in hohem Ausmaß in andere Zielländer auszuwandern.
Der Faschismus, wie er hier in Erscheinung trat, lässt sich als ein biologisches Kolonialregime kennzeichnen. Es ging zum einen darum, die Bevölkerungszahl Italiens zu erhöhen und die eigene Bevölkerung in der Kolonialsituation zu ertüchtigen. Zum anderen sollten die Libyer auf ein höheres zivilisatorisches Niveau gebracht, sie somit in den faschistischen Staat integriert werden. Hierzu schienen die Hygienisierung der Lebensverhältnisse und medinische Interventionen als geeignete Mittel. Ferner waren die Hygienekampagnen und der Aufbau medizinischer Infrastrukturen dazu gedacht, das Territorium für die eigenen Siedlungszwecke offen zu halten.

  • By (author) Alessandra Parodi
  • Series edited by Christof Dipper
  • Series edited by Oliver Janz
  • Series edited by Sven Reichardt
  • Series edited by Wolfgang Schieder
  • Series edited by Petra Terhoeven
  • Series edited by Gabriele B. Clemens