Furcht und Furchtlosigkeit
Göttliche Gewalt und Selbstkonstitution im 17. Jahrhundert
By (author) Andreas Bähr Series edited by Vorstand des Forums
Hardback (Published)
(April 2013)
ISBN: 9783847100867
6.46 x 9.69 inches
Price: $138.00
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Dieser Band untersucht Erklarungen und Bewertungen von Furcht, Angst und Schrecken vor dem Hintergrund fruhneuzeitlicher Affektologien und Imaginationslehren. Wer von der Furcht vor menschlicher und gottlicher Gewalt sprach, betonte immer wieder auch die der Furcht selbst eigene Gewalt und stellte damit die Bedingungen ihrer Uberwindung vor. Die Studie zeigt, dass der Begriff der Furcht nicht ohne seine komplexe Beziehung zur Gottesfurcht gedacht werden konnte und dass er somit etwas ganz anderes meinte, als eine moderne Gefuhlssemantik suggeriert.
Furcht und Angst dienten im 17. Jahrhundert als Grundbegriffe personaler und gesellschaftlicher Selbstkonstituierung. Ihre vielschichtige Problematisierung schlug sich in gelehrten Debatten und in der Dichtung ebenso nieder wie in autobiographischen Texten aus der Zeit des Dreissigjahrigen Krieges und der Kriege gegen die Turken. Dieser Band untersucht Erklarungen und Bewertungen von Furcht, Angst und Schrecken vor dem Hintergrund fruhneuzeitlicher Affektologien und Imaginationslehren. Daruber hinaus analysiert er die Funktionen der Beschreibung dieser Gemutsbewegungen. Wer von der Furcht vor menschlicher und gottlicher Gewalt sprach, betonte immer wieder auch die der Furcht selbst eigene Gewalt und stellte damit die Bedingungen ihrer Uberwindung vor. Die Studie zeigt, dass der Begriff der Furcht nicht ohne seine komplexe Beziehung zur Gottesfurcht gedacht werden konnte und dass er somit etwas ganz anderes meinte, als eine moderne Gefuhlssemantik suggeriert. In the seventeenth century, fear and anxiety served as basic concepts for personal and social self-constitution. The complex problematization of these affects is found not only in scholarly debates and literature but also in a variety of autobiographical and self-narrative sources from the Thirty Years’ War and wars against the “Turks”. This book highlights historical explanations of fear, anxiety and terror, contextualizing them within early modern theories and notions of affect and imagination. Further, it explores the functions of these particular “emotions of the soul” Contemporaries regularly remembered their fear of human and divine retribution, stressing its specifically violent potential. In doing so, they also instructed their readers as to the religious and moral preconditions for overcoming their fears. The present study demonstrates that, in the seventeenth century at least, the concept of “fear” was often related to the “fear of God”, and as such fundmentally different from the modern “feelings” of fear and anxiety.
- By (author) Andreas Bähr
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