Eigentlichst, nachbarlichst, der Deinigste

Goethes absoluteste Freiheit des Superlativs

by Mathias Mayer

Book cover: Eigentlichst, nachbarlichst, der Deinigste

Extent: 106 pages

Publisher: Universitätsverlag Winter

Subjects: German Studies, Literary Studies

Series: Beitrage zur neueren Literaturgeschichte

Series volume number: 385

Language: German

Hardback (Published)

(July 2018)

ISBN: 9783825368975

5.28 x 8.27 inches

Price: $32.00

On back order

Der Superlativ wird fast durchweg verurteilt, als marktschreierisch, als gewalttatig, als ungenau. Die Liste seiner Gegner ist lang, aber ausgerechnet Goethe scheint ihn geliebt zu haben. Auf fast jeder Seite begegnet man dieser Form, aber dass sie einen Schlussel zu seinem Verstandnis von Natur, Religion und Dichtung bietet, ist in den grossen Invektiven gegen den Superlativ ubersehen worden. Goethe nutzt ihn mit Leidenschaft und Sprachphantasie, er unterschreibt als “der Deinigste”, scheut aber auch nicht vor dem “Letztesten” oder “Greulichsten” zuruck. Goethe nimmt “die absoluteste Freiheit” in Anspruch und gewinnt ihr “Herrlichstes” wie “Geheimstes” ab. Superlative einer “allerlieblichsten Gestalt” erweisen sich als eine Art Spiraltendenz der Sprache, als ein verschwenderisches Lebensprinzip, um “die einfachsten Anfange der Erscheinungen durch Steigerung ins Unendliche und Unahnlichste zu vermannichfaltigen”.

  • By (author) Mathias Mayer