Digitale Weisungen.

Arbeitgeberentscheidungen auf Grundlage algorithmischer Berechnungen.

By (author) Philipp Knitter

Book cover: Digitale Weisungen.

Extent: 284 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Business & Economics, Law, Technical Sciences: Computer Science, Engineering, IT, & Math

Series: Schriften zum Sozial- und Arbeitsrecht

Series volume number: 372

Language: German

Paperback (Published)

(July 2022)

ISBN: 9783428186617

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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›Automatisierte Ausübung des Direktionsrechts‹, ›Weisungserteilung durch Roboter‹ oder ›KI-erzeugte Weisungen‹ – Digitale Weisungen gewinnen in der Rechtsliteratur an Aufmerksamkeit. Dabei gilt es zu beantworten, welche Anforderungen das geltende Recht an digitale Weisungen aufgrund der neuartigen Entscheidungstechnik und aufgrund ihres Schicksals als Weisungen im herkömmlichen Sinne stellt. Stehen manche Weisungen sogar unter dem Vorbehalt einer menschlichen Letztentscheidung?


Seit Jahrzehnten wird prognostiziert, wann welche Berufe von Maschinen ubernommen werden. Dass auch klassische Arbeitgeberfunktionen, wie die Ausubung des Weisungsrechts, an technische Systeme delegiert werden, wird bislang kaum beachtet. Die Arbeit definiert digitale Weisungen, als Arbeitgeberweisungen, denen entweder unmittelbar oder mittelbar Entscheidungen eines algorithmischen Systems zugrunde liegen. Digitale Weisungen ergehen vor allem in der Schicht- und Einsatzplanung. Ihre Implementierung in Betrieben lost nicht nur Beteiligungsrechte des Betriebsrats aus. Das geltende Recht fordert, dass automatisierte Weisungsentscheidungen transparent und billig ( 106 GewO) getroffen werden. Arbeitnehmer und Betriebsrate mussen die Moglichkeit haben, mit dem Weisungsgeber in einen argumentativen Austausch zu treten. Dort, wo technische Systeme diesem Erfordernis von Responsivitat (noch) nicht genugen, stehen Weisungen unter dem Vorbehalt einer menschlichen Letztentscheidung.

Einführung: Digitale Weisungen als Herausforderung für das analoge (Arbeits-)Recht — Relevanz im Spannungsfeld der Digitalisierungsdebatte — Gang und Tiefe der Untersuchung — Begriffsbestimmungen und technischer Hintergrund

1. Digitale Weisungen in Praxis und Rechtskontext: Praktische Relevanz digitaler Weisungen — Vergleichbare Phänomene
2. Implementierung digitaler Weisungen im Betrieb: Typisches Vorgehen bei dem Erwerb von Software — Beteiligung des Betriebsrats bei der Implementierung digitaler Weisungen — Sachverstand des Betriebsrats

3. Verbot automatisierter Entscheidungen im Einzelfall, Art. 22 DSGVO: Anlass und Zielsetzung des Verbots — Verbotstatbestand — Ausnahmetatbestände — Erlaubnis auf Grundlage von Kollektivvereinbarungen

4. Transparenz der Entscheidungsfindung: Grundlagen und Bedeutung von Transparenz — Transparenz als Voraussetzung von Billigkeit — Anspruch des Arbeitnehmers auf Auskunft über Billigkeitsaspekte — Unterrichtungsrechte des Betriebsrats — Datenschutzrechtliche Transparenzanforderungen

5. Grenzen des Weisungsrechts, insbesondere Billigkeit: Zurechenbarkeit als Weisung des Arbeitgebers — Billigkeit digitaler Weisungen — Ausgewählte Herausforderungen digitaler Massenweisungen

6. Responsivität: Begriffsherkunft und -bedeutung — Responsivität wegen der Rechtsnatur von Weisungen — Responsivität als Erfordernis des Individualarbeitsrechts — Responsivität als Erfordernis des Kollektivarbeitsrechts — Responsivität als Erfordernis des Datenschutzrechts — Realisierung von Responsivität

Schlussbetrachtung der wesentlichen Ergebnisse

Literatur- und Stichwortverzeichnis

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